Artenschutz im Stiftungsland Barkauer See

Gemeinschaftsprojekt kämpft mit dem „Modell Fertighaus“ gegen Mangel an geeigneten Brutplätzen für Flussseeschwalben.


Die Integrierte Station Holsteinische Schweiz hat zwei neue Brutflöße für Flussseeschwalben auf dem Barkauer See südlich von Eutin aufgebaut.  Der See ist Heimat der Flussseeschwalbe, deren Brutbestand an den Seen der Holsteinischen Schweiz seit Jahren deutlich rückläufig ist. Den eleganten Fliegern fehlen vor allem geeignete Brutmöglichkeiten. Zur erfolgreichen Brut benötigen Flussseeschwalben ungestörte Uferzonen sowie vegetationsfreie Inseln oder Dünen mit schütterer Vegetation, um ihre Jungen in Kolonien und geschützt vor Fressfeinden aufzuziehen. Da diese natürlichen Habitate in unserer Landschaft zur Mangelware werden, soll mit den künstlichen Nisthilfen ausgeholfen werden.

Die Integrierte Station Holsteinische Schweiz ist Außenstelle des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und kooperiert bei diesem Projekt mit folgenden Institutionen:

· mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein – Baubetrieb Ostsee unterstützt das Vorhaben mit Maschineneinsatz,
· die Stiftung Naturschutz stellt als Flächeneigentümer den See bereit,
· der BUND stellt über seine FöJlerin aktive Aufbauhilfe,
· der NABU übernimmt die Überwachung des Bruterfolges,
· das Land Schleswig-Holstein finanziert die Flöße.

Die eleganten Flieger sind Langstreckenzieher, deren Winterquartiere sich in den Tropen und den gemäßigten südlichen Breiten, insbesondere an der Westküste Afrikas befinden. Flussseeschwalben brüten in Kolonien von Mai bis August. Noch um 1900 waren Flussseeschwalben ein häufiger Brutvogel an den deutschen Küsten und im Binnenland.

Erfahrungen am Middelburger See, den Lebrader Teichen und dem Graswarder bei Heiligenhafen, alle im Besitz der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein haben gezeigt, dass die Seeschwalben durchaus künstliche Brutflöße annehmen und die Populationen stabilisieren.