Angetreten zum Abräumen: Team Orchidee

In Fußball-Mannschaftsstärke bereiteten elf Freiwillige plus Auswechselspieler den „Rasen“ für die wilden Orchideen im Eidertal...


Veronika Breuer
, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Björn-Henning Rickert aus der NABU-Gruppe Neumünster e.V. sowie der Naturpark Obere Eider Westensee luden zu der Aktion. Trotz Rekordtemperaturen fanden sich am Sonnabend, 21. Juli, Frauen und Männer mit Heugabeln und Rechen im Stiftunsgland Eidertal ein, um eine rund 2.000 Quadratmeter große Wiese mit der Hand zu pflegen.

Der schweißtreibende Arbeitseinsatz, der jedes Jahr wiederholt wird, lohnt sich. Denn ein kleiner Restbestand von einer Handvoll Knabenkräutern ist inzwischen wieder auf mehr als 100 Exemplare angewachsen. Im späten Frühjahr haben die zarten, aber knallig pink blühenden Orchideen jetzt wieder Platz, ihre Köpfe in die Sonne zu recken. Zwei erfahrene Biologen vom NABU Neumünster mähten die wuchernden Gräser und Hochstauden mit der Sense. Der Rest der Truppe sorgte dafür, dass das Mahd gut in Big-Packs oder auf Planen geladen wurde und mit Muskelkraft von der Fläche transportiert werden konnte.

Der Heuberg kommt auf die Weide mit Heckrindern, die sich gern über diese Extraportion hermachen.  Mit schweren Schleppern ist die Fläche nicht mehr befahrbar, weil die Stiftung Naturschutz dafür gesorgt hat, dass die Feuchtwiese wieder, so wie früher einmal, richtig nass geworden ist. Das mögen nicht nur die wilden Knabenkräuter, auch Sumpfdotterblumen, Kuckuckslichtnelken, kleiner Baldrian und weitere Arten der Feuchtwiese profitieren von der Pflegemaßnahem.

Die Stiftung Naturschutz möchte den Orchideen auch auf anderen Flächen helfen zu überleben. Freiwillige Helfer zu engagieren, gelingt nur im Einzelfall. Deshalb hat die Stiftung Naturschutz ein Spendenkonto eingerichtet, damit die überaus erfolgreiche, aber auch extrem teure Handmahd durch Landschaftspflege-Betriebe noch an vielen weiteren Stellen in Auftrag gegeben werden kann, um den Orchideen und Arten der Feuchtwiesen zu helfen.

Fotograf: Björn-Henning Rickert