„Amphibieninitiative 2.0“ im Kreis Nordfriesland

Mehr Gequake soll´s geben! Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein greift Moorfrosch und Kreuzkröte auf Amrum und Föhr unter die Arme.

  • Besprechung zum Baubeginn auf Amrum

  • Vor dem Schälen der Dünen auf Amrum werden Gehölze entnommen.

  • Hier auf Amrum könnte ein neues Amphibiengewässer entstehen.

  • Bereits bestehendes Gewässer im Dünengürtel Amrums

  • Sanierung im Uferbereich eines Gewässers auf Föhr

  • Laichgewässer auf Föhr wird saniert.

  • Ein bestehendes Gewässer auf Föhr wird entschlammt.


Die Bestände der Amphibien im Kreis Nordfriesland, auch auf den Inseln, sinken besorgniserregend. Auf Föhr ist dieser negative Trend besonders dramatisch. Jetzt steuern die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Kreis Nordfriesland mit einer groß angelegten „Amphibieninitiative 2.0“ dagegen. Der erloschene Kreuzkrötenbestand auf Föhr wird seit 2017 mit einem dreijährigen Wiederansiedlungsprojekt mit jährlich 1.000 Jungtieren wiederbelebt.

Aktuell stehen in den nächsten zwei Wochen zwei Baustellen auf Amrum und Föhr im Mittelpunkt der Naturschützer. Sie wollen sich besonders um die fehlenden Lebensräume der europaweit geschützten Kreuzkröten und Moorfrösche kümmern.

Mit einem Bagger sollen den einst häufig auf Amrum vorkommenden Moorfröschen und Kreuzkröten in den feuchten Dünentälern bei Wittdün und Norddorf unter die Arme gegriffen werden. Dabei werden die zugewachsenen und verlandeten Senken „ausgeschält“, um neue Dünentümpeln zu schaffen. Südlich der Vogelkoje wird im Grenzbereich der Marsch zu den Dünen hin ein weiteres Kleingewässer neu angelegt werden. Die Flächen dafür stellen die Gemeinden, ein Privateigentümer und das Land Schleswig-Holstein, vertreten durch den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, zur Verfügung.

Auf Föhr werden in Borgsum in einer ehemaligen Kiesgrube ein Gewässer neuangelegt und sechs Gewässer saniert. Dafür werden Weidengehölzen entfernt, die Ufer abgeflacht und die Teiche entschlammt. Zudem werden um die Gewässer neue sandige Flächen geschaffen, in die sich die Tiere tagsüber und zur Überwinterung eingraben können. Die Fläche ist im Eigentum des Naturschutzvereins Elmeere e.V.. Für die langfristige Offenhaltung der Gewässerränder sorgen Pferde, die diese Fläche beweiden.

Finanziert wird die „Amphibieninitiative 2.0“ aus Ersatzgeldern des Kreises Nordfriesland. Das Schutzkonzept der Ininitiative umfasst insgesamt 28 Teilgebiete zwischen Sylt und Husum. Bis 2020 sollen vor allem auf Flächen von Privatpersonen die Land- und Fortpflanzungslebensräume von Moor- und Laubfrosch, Kammmolch sowie Knoblauch- und Kreuzkröte aufgewertet werden.