Waldgipfel

12 Prozent-Ziel im Stiftungsland schon erreicht – Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein setzt auf mehr Klimaschutz auf weniger Fläche

  • Das Kaltenhofer Moor mit dem angrenzenden Naturwald Stodthagen

  • Das Holz bleibt im Naturwald liegen und bietet so einen wichtigen Lebensraum für viele Tierarten

  • Alte Bäume sind ein wichtiger Lebensraum für viele Waldbewohner

  • Naturwald Stodthagen

  • Herbststimmung im Stiftungswald

  • Herbststimmung im Stiftungswald

  • Naturerlebnis im Stiftungswald

  • Ein Buntspechtpärchen vor ihrer Bruthöhle im Stiftungswald

  • Winterstimmung im Stiftungswald


Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein leistet schon heute einen relevanten Beitrag zur Waldbildung und baut ihren CO₂-Speicher Moor weiter aus.

Sie begrüßt grundsätzlich jede Initiative, den Anteil der Waldfläche im waldärmsten Flächenland der Bundesrepublik zu erhöhen. Sie setzt aber in Sachen Klimaschutz auf die deutlich effektivere Wiedervernässung trockengelegter Hochmoore. „Moore sind die besten CO₂-Speicher, die wir in Schleswigs-Holstein haben“, erklärt Brockmüller. „Moore speichern, konservativ gerechnet, mehr als fünf Mal so viel CO₂-Äquivalente wie Wald. Je nach Berechnungen liegt die Speicherkapazität von Wald bei 5,4 bis 10 Tonnen pro Hektar und Jahr. Moore trumpfen gleich mit 30 bis 50 Tonnen CO₂-Äquivalenten auf. Das heißt nichts anderes, als mehr Klimaschutz auf weniger Fläche.“

Das von der Jamaika-Koalition festgelegt Langfrist-Ziel von zwölf Prozent Wald in Schleswig-Holstein, hat die Stiftung Naturschutz, heruntergebrochen auf ihre 36.000 Hektar Stiftungsland, bereits erfüllt. Aktuell hat die Stiftung einen Bestand von 4200 Hektar Wald. Weitere 500 Hektar Stiftungsland sind in Sukzession, wachsen also natürlich mit Gehölzen und Bäumen zu. Darüber hinaus werden jedes Jahr rund 20 Hektar neu mit Bäumen bepflanzt. Auch wenn sie nicht als Wald im eigentlichen Sinn gelten, die fast 900 Hektar Baum- und Gebüschgruppen, etwa auf den großen Weidlandschaften der Stiftung Naturschutz, stehen zwar nicht in der Waldbilanz der Stiftung, ihren Klimaschutzbeitrag leisten sie dennoch.

„Wir haben unsere Hausaufgaben also schon gemacht und für mehr Wald in Schleswig-Holstein gesorgt“, versichert Nicola Brockmüller, Sprecherin der Stiftung Naturschutz. „Weitere Flächen im Stiftungsland aufzuwalden macht auch ökologisch keinen Sinn, denn das Stiftungsland ist die beste Waffe gegen das Artensterben im Land, denn viele Arten kommen nur noch auf den Flächen der Stiftung vor“, sagt sie. Als besonders gefährdet gelten die Offenlandarten, unter ihnen das Gros der Insektenwelt. Inzwischen füllen aber auch ehemals häufige Vögel, wie Braunkehlchen und Feldlerche, die Roten Listen. Auf ihren schwindenden Lebensräumen, wie Magerrasen, Heiden oder Feuchtwiesen, Bäume zu pflanzen, ist also keine Idee mit Weitblick.

Moorböden unter Nutzung sind eine CO2-Quelle, denn bei Entwässerung zersetzen sich die Moorböden und gasen aus. Die Vernässung dieser Flächen macht daraus wieder einen Treibhausgas-Speicher. Dabei gehen Klimaschutz und Artenschutz sogar Hand in Hand. Rund 300.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten liegen durch die Moorrenaturierung bereits im Stiftungsland fest – für immer. Denn anders als im Stiftungsland, wo Moore und Wälder nicht mehr genutzt werden, werden Bäume im Forstwald geerntet. Fast 50 Prozent der geernteten Bäume in Deutschland werden am Ende immer noch thermisch verwertet. Sie verbrennen dann zwar klimaneutral, als Klimaspeicher können sie aber nicht gelten.