Vom zarten Gänseblümchen keine Spur, gelb-leuchtender Löwenzahn? Fehlanzeige!

Stattdessen englischer Rasen im Golfplatzformat oder noch schlimmer: graue Steingärten.
Nicht mit uns! Nicht mit Ihnen!

Wir machen die Wiesen in Schleswig-Holstein gemeinsam wieder bunt und decken so den Blütentisch für Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlingen und die vielen anderen Bestäuber. Wir haben für Sie wertvolle Tipps – vom Anlegen einer Wildblumenwiese über Pflanztipps bis zur Nisthilfe für Wildbienen – zusammengestellt.

Wildbienen sind die großen Sorgenkinder


Und nicht die Honigbienen.

Das große Insektensterben oder besser noch: das Bienensterben ist spätestens seit dem bayerischen Volksbegehren für die Artenvielfalt in aller Munde. Beim Begriff „Biene“ denken die meisten von uns allerdings an die prominenteste aller Bienen: die Honigbiene. Sie ist im Gegensatz zu ihren wilden Schwestern weniger auf bestimmte Wildpflanzen spezialisiert und kommt fast mit jeder Blüte zurecht. Zudem kümmern sich die mehr als 3000 Imker in Schleswig-Holstein um die gut 20.000 Honigbienen landesweit.

Ganz anders sieht das bei den Wildbienen aus. In Schleswig-Holstein allein gibt es in etwa 270 unterschiedliche Wildbienen-Arten und 30 Hummel-Arten. Sie brauchen ganz bestimmte Blüten. Denn ihr Rüssel passt nicht in jede Blüte, auch wenn sie noch so verlockend und hübsch aussieht. Alle Schutzmaßnahmen sollten deshalb auf die Wildbienen zugeschnitten sein. Wildbienen-Schutz ist immer auch Honigbienen-Schutz, umgekehrt ist das leider nicht zwangsläufig der Fall.

Bäume und Sträucher retten die Wildbienen


Bäume und Sträucher sind neben Frühblühern wie Küchenschelle „Pulsatilla vulgaris“ und Wiesenschlüsselblume „Primula veris“ wichtige Bienen-Retter: Sie bieten unzählige Blüten, damit Pollen und Nektar auf engstem Raum.

Das hilft Wildbienen und Faltern, wenn sie verfroren und hungrig im Frühjahr aus ihrem Winterschlaf erwachen. Kornelkirsche und Salweide gehören zu den frühen Blüh-Sträuchern. Aber auch Grau-Weide, Silber-Weide und Ohr-Weide sind beliebt bei vielen Insekten.

Vom Golfrasen zur Wildblumenwiese


Den einheitsgrünen Rasen auf zweieinhalb Zentimeter mähen, vertikutieren, Sand ausstreuen und mit der Harke die Grasnarbe auflockern. Etwa 50 Prozent der Grasnarbe sollten Sie entfernen, dann kann der Klappertopf „Rhinantus angustifolius“ ausgesät werden.

Insbesondere die jungen, heranwachsenden Klappertöpfe zapfen unterirdisch die Wurzelsysteme der Gräser in ihrer Nachbarschaft an und schwächen sie damit. Der Rasen wächst weniger schnell und andere Arten haben eine höhere Chance, sich selbst anzusiedeln. Wer möchte, kann dann noch ausgewählte Wildpflanzen hinzusäen, den Rasenmäher dann aber bitte bis Ende August im Schuppen stehen lassen.

Wilder Rasen – blütenreich und ordentlich?


Wer es im Garten eher ordentlich mag und trotzdem etwas für die heimischen Insekten tun möchte, kann beim Rasenmähen einfach Pflanzinseln stehen lassen. Mit einer ansprechenden Form – beispielsweise oval – können sie sehr zu einer ästhethischen Gestaltung beitragen.

Auf ihnen kann sich dann eine wildbienenfreundliche Blühwiese entwickeln, während man den übrigen Teil der Wiese für andere Zwecke nutzen kann.

Für jeden Insekten-Rüssel etwas


Die Geranie ist der Klassiker unter den Balkon- und Gartenpflanzen. Keine Frage, sie sieht schön aus, aber Insekten können mit ihr überhaupt nichts anfangen. Das Gleiche gilt für Rosen, Nelken, Begonien, Astern, Dahlien oder Ringelblumen – bei all  diesen Pflanzen sind die Blüten gefüllt und der Nektar ist deshalb für die Insekten nicht zugänglich.

Setzen Sie deshalb eher auf die bunten Wilden: Wiesen-Margerite, Klappertopf, Wilde Orchideen… Die passenden Insekten-Tankstellen bekommen Sie nicht im Baumarkt nebenan, aber in diesen qualitativ hochwertigen Partner-Gärtnereien der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein:

Ulla Hasbach
www.kraeuter-hasbach.de
Gisela Twenhöven twenhoeven@gmx.de
Heischof-Stauden www.heischhof-stauden.de
Staudengärtnerei Heiko Müller www.gaertnerei-am-arboretum.de
Blumen Stüber www.stueber.one
Pflanzenstauden www.biostauden-tb.de

Und beim größten Wildsaatgut-Produzenten Rieger-Hoffmann:
www.rieger-hofmann.de/home.html

Und bei Saaten Zeller:
www.saaten-zeller.de

Pflanzen für Garten, Rasen und Wege


Garten:

Heil- und Gewürzpflanzen, Laucharten, Alant, Blaukissen, Eisenkraut, Fetthennen, Glockenblumen, Herzgespann, Kugeldistel, Lippenblütler wie beispielsweise Stachys byzantina, Stachys officinalis, Ballota nigra, Mannstreu, Sonnenhut, Steinkraut, Wollige Strohblume, alle Obstgehölze z.B. Apfel, Birne, Pflaume..., alle Beerengehölze z.B. Brombeere, Johannisbeere...Ziergehölze z.B. Roter Hartriegel, Felsenbirne, Kornelkirsche und Wildrosen.

Rasen:
Ferkelkraut, Gänseblümchen, Habichtskraut, Löwenzahn, Schafgarbe und Weißklee.

Säume und Wegränder:
Ehrenpreis, Gilbweiderich, Glockenblume, Gundermann, Hohlzahn, Knoblauchsrauke, Königskerze, Natternkopf, Rainfarn, Resede, Steinklee, Storchschnabel,  Taubnessel und Vergissmeinnicht.

Wildkräuter sind von Frühjahr bis Herbst gefragt


Auf blühende Wildkräuter fliegen sie alle. Dort gibt es das ganze Jahr über Nektar und Pollen zu holen. Wilder Dost, Thymian oder Schnittlauch ernähren die Insekten oft noch nach der Obstblüte im Juni bis in den Spätsommer hinein. Rosmarin blüht im Frühling, Salbei und Schnittlauch im Sommer, Kapuzinerkresse bis in den September und Thymian schiebt besonders unermüdlich Blüten bis in den Oktober.

Mehr Totholz und weniger Mähen


Es braucht dabei gar nicht viel Aufwand: Lassen Sie beispielsweise abgestorbene Äste und Baumstämme liegen – damit bieten sie vielen Insekten einen Brutplatz, geben Käfern ein Zuhause und sind auch für Mäuse und andere Kleinsäuger eine wichtige Lebensgrundlage. Verzichten Sie unbedingt auf Pestizide.

Und: mähen Sie ihren Rasen seltener damit zumindest Weiß-Klee, Gänseblümchen  und Löwenzahn zur Blüte gelangen.

So helfen Sie dem Wildbienen-Nachwuchs


Sehr viele Wildbienen nisten im Boden. Deshalb helfen ihnen Sandflächen und Sandhaufen. Eine Fläche von vier Quadratmetern reicht schon aus. Der Sand sollte 20 bis 30 Zentimeter hoch liegen. Damit keine Pflanzen durchwachsen, sollten Sie den darunterliegenden Mutterboden etwa 20 Zentimeter tief abtragen.

Für weitere Infos klicken Sie hier: www.naturgartenfreunde.de

Ein Wildbienen-Winterquartier im Garten


Die meisten Wildbienen leben als Einzelgänger*Innen – und nicht wie die Honigbienen in einem Volk. Viele Wildbienenarten sterben zudem zum Ende des Sommers. Vorher sorgen sie aber noch für ein sicheres Überwintern ihrer Nachkommen. Dazu brauchen Sie hohle Pflanzstängel von Brombeeren oder Holunder, Erdgänge im Boden oder Totholz. Wenn alles gut läuft, schlüpft der Wildbienen-Nachwuchs dann im nächsten Frühjahr.

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