Zum Tag des Waldes

Raus aus dem dunklen Fichtenforst – rein in einen Vielfaltswald voller Leben. Zum „Tag des Waldes“ am 21. März 2026 zieht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein eine positive Zwischenbilanz. Seit Februar 2025 sind im ganzen Land neue Laubmischwälder entstanden oder auf den Weg gebracht worden. Die Maßnahmen-Manager*innen der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein – eine 100-prozentige Tochter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Landesstiftung selbst haben ehemalige Intensiv-Äcker oder Grünland, angegriffene Fichtenwälder oder strukturschwache Mischwälder in naturnahe Laubwälder verwandelt.

 Insgesamt wurden 160 Hektar zu naturnahen, heimischen Laubmischwäldern entwickelt – vom Kreis Herzogtum-Lauenburg ganz im Süden des Landes bis an die Ostseeküste, vom Segeberger Raum bis ins Eidertal und zum Dänischen Wohld an der Ostseeküste.

Viele kleine Klimaschützer wachsen jetzt im Stiftungsland 

Ob ehemaliger Intensiv-Acker bei Stubben im Kreis Herzogtum-Lauenburg, dichter Fichtenforst in Nordoe bei Itzehoe im Kreis Steinburg oder bei Bimöhlen im Kreis Segeberg: was gestern noch eintönig, stark genutzt und wenig Lebensraum bot, wird jetzt Schritt für Schritt zu einem klimastabilen Zukunftswald und Lieblings-Lebensraum vieler bedrohter Tiere und Pflanzen. 

Denn heimische Laubbäume wie Stiel- und Traubeneichen, Winterlinden, Hainbuchen, Flatterulmen und Vogelkirschen sind echte Multitalente: Sie wurzeln tief, trotzen Trockenheit und Sturm, sind weniger anfällig für den gefräßigen Borkenkäfer – und speichern gleichzeitig große Mengen Kohlenstoff – ein großer Beitrag zum Klimaschutz. Ein Hektar naturnaher Laubwald setzt jährlich rund 3,7 Tonnen des klimaschädlichen CO2 fest. 

„Jeder neu entwickelte Laubwald ist also ein Gewinn für das Klima“, sagt Ute Ojowski, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Wir schaffen heute Wälder, die auch morgen noch bestehen – gleichzeitig CO2 binden – und übermorgen voller Vielfalt summen, brummen und piepen.“ 

Neue Lieblings-Lebensräume für Insekten, Vögel und Fledermäuse 

Sie werden mit der Zeit zu sicheren und oftmals letzten Rückzugsorten für zahlreiche Arten. Wo früher Fichten dicht an dicht standen oder Mais wuchs, entsteht jetzt ein lebendiger Vielfalts-Wald aus alten Bäumen, jungen Trieben, Totholz, offenen sandigen oder feuchten Bereichen für Insekten wie Wildbiene, Schmetterling, Hummel und Libellen. Von dieser Art Wald profitieren auch seltene und bedrohte Vogelarten wie Mittelspecht, Trauerschnäpper und Neuntöter, Fledermausarten wie das Braune Langohr und der Abendsegler. Und auch Amphibien wie der Kammmolch finden in neu geschaffenen Tümpeln und Teichen zwischen den kleinen Eichen, Winterlinden, Flatterulmen und Hainbuchen ein neues Zuhause. Besonders wertvoll: viele Flächen werden langfristig aus der Nutzung genommen. So entstehen echte „Urwälder von morgen“. 

Waldumbau im ganzen Land

  • Stubben (Kreis Herzogtum-Lauenburg): 4 Hektar ehemaliger Intensiv-Acker wird zu Laubwald
  • Klempau (Kreis Herzogtum-Lauenburg): 0,6 Hektar ehemaliger Weihnachtswald wird zum Laubmischwald
  • Nordoe (Kreis Steinburg): 120 Hektar längster (seit 2011) und großflächiger Waldumbau vom Fichtenforst zum Heide- und Eichen-Buchenwald - allein im vergangenen Jahr wurden dort über 7000 Buchen und Eichen neu gepflanzt
  • Kranika (Kreis Stormarn): 6,5 Hektar Zukunftswald
  • Schmalfelder Au und Bimöhlen (Kreis Segeberg): 20,5 Hektar neue lichte Eichenwälder und strukturreiche Waldlandschaften
  • Eidertal (Kreis Rendsburg-Eckernförde): 3 Hektar behutsamer Umbau zum naturnahen Laubwald
  • Dänischer Wohld (Kreis Rendsburg-Eckernförde): 5 Hektar Uralt-Buchenwalde mit Steilküstenblick
  • Unteres Schwartautal (Kreis Ostholstein): 3,5 Hektar Feuchtwald mit Erlen und Weiden
  • Hornbeker Mühlenbachtal (Kreis Herzogtum-Lauenburg): 1,5 Hektar ehemaliger Intensiv-Acker wird zu neuem Eichenwald
  • Sophienhof (Kreis Plön): 1,4 Hektar neuer Buchenhangwald
  • Barkauer See (Kreis Ostholstein): knapp 4 Hektar ehemaliger Intensiv-Acker wird zu neuem Eichenmischwald
  • Gömnitz (Kreis Stormarn): knapp 2 Hektar neuer Feuchtwald mit rund 2000 Erlen und Ulmen.

Ein Wald für Generationen 

Was heute gepflanzt und entwickelt wird, ist eine Investition in die Zukunft. Denn ein naturnaher Laubwald wächst langsam – aber er bleibt. Er bietet über Jahrzehnte hinweg Nahrung, Schutz und Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen. Und er hilft gleichzeitig die Folgen des Klimawandels abzumildern. Zum Tag des Waldes wird damit deutlich: Jeder Hektar zählt – und jeder neue Wald ist ein Stück Zukunft für Schleswig-Holstein.

Ansprechpartnerin

Marketing & Kommunikation

Jana Schmidt

Leitung Pressestelle