Am 18. Februar 2026 beginnt im Stiftungsland „Tal der mittleren Treene“ die Bauarbeiten zur ökologischen Aufwertung von knapp drei Hektar Grünland. Ziel ist es, den Niedermoorboden wieder natürlich nass zu bekommen und so wertvolle Feuchtlebensräume zu fördern. Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein – ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – finanziert die Aufwertung aus Ausgleichsgeldern als Ökokonto in der Gemeinde Langstedt (Kreis Schleswig-Flensburg).
Die rund drei Hektar große Grünlandfläche liegt eingebettet zwischen der sich schlängelnden Treene im Norden und einem ausgedehnten Waldgebiet im Süden. Abseits von Bebauung und Straßen bildet sie bereits heute einen ruhigen Rückzugsort inmitten von Grünland- und Waldstrukturen – ideale Voraussetzungen für die Entwicklung eines artenreichen Feuchtgrünlands. Das soll langfristig extensiv beweidet werden.
Gräben und Drainagen – behutsame Eingriffe für mehr Wasser
Große Bagger rücken an: Sie flachen Gräben ab, suchen im Boden nach alten Drainagen und entfernen diese, um den Wasserstand in dem Gebiet wieder anzuheben. Zusätzlich werden bestehende Überfahrten ausgebessert und eine neue angelegt damit die Bewirtschaftung weiterhin gut möglich ist. Anschließend entsteht ein neuer Zaun, für die geplante extensive Beweidung.
„Wir schaffen hier die Grundlage dafür, dass sich typische Arten, die das Feuchtgrünland als Lebensraum brauchen, wieder ansiedeln können“, erklärt die Projektleiterin Simone Sahler.
Win-Win-Win für Artenvielfalt, Klima und Landwirtschaft
Mit der Wiederherstellung des Wasserhaushalts wird ein wertvoller Niedermoorstandort stabilisiert. Das ist ein zentraler Beitrag zum Klimaschutz, da nasse Moorböden große Mengen CO₂ speichern. Gleichzeitig finden hier seltene und bedrohte Arten zukünftig wieder ein Zuhause. Von der Vernässung profitieren zahlreiche Arten: Amphibien wie der Moorfrosch finden in den abgeflachten Gräben bessere Laichbedingungen. Libellenarten und Wiesenvögel – darunter das Braunkehlchen – nutzen die feuchteren Strukturen als reich gedeckten Tisch. Seltene Pflanzen wie die Kuckucks-Lichtnelke können sich wieder ausbreiten.
Durch die Lage direkt an der Treene entsteht zudem eine wichtige Pufferzone, die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft reduziert und so das Gewässer schützt.
Nach Abschluss der Arbeiten wird die Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt –allerdings extensiv, das bedeutet in diesem Fall durch eine schonende Beweidung. Dadurch bleibt der ökologische Wert langfristig erhalten und kann sich weiterentwickeln.
Hintergrund: Kompensation mit Zukunft – das Ökokonto der Stiftung
Die Maßnahme ist Teil des Ökokontos der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Ein solches Konto ermöglicht es, Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen – indem an anderer Stelle hochwertige Lebensräume aufgewertet oder neu geschaffen werden. Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein plant, realisiert und pflegt die Maßnahmen dauerhaft.
Die Projektleitung liegt bei Simone Sahler von der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein.
Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträger*innen und Behörden. Immer dann, wenn Bauprojekte Eingriffe in den Naturhaushalt verursachen, sorgt sie dafür, dass andernorts neue, ökologisch, wertvolle Lebensräume entstehen.
Mehr Informationen unter: www.ausgleichsagentur.de
