Kein Ostern ohne Eier – warum Vogel-Eier in Schleswig-Holstein jetzt besonde-ren Schutz brauchen

Wenn in diesen Tagen die Natur erwacht, sind viele Vögel hierzulande schon mitten in der Familienplanung. In den Nestern auf den Küstenwiesen mit Weitblick, den kleinen Mulden am Steinstrand oder auch an den flachen Gewässern liegen jetzt klein gesprenkelte Eier – der Anfang neuen Lebens. Doch diese fragilen Anfänge brauchen sichere Orte. Genau dafür setzt sich die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ein.

Das Land zwischen den Meeren ist ein echtes Vogelparadies. An der Nord- und Ostküste finden die Wasser- und Wiesenvögel Rastplätze, Nahrung und Brutgebiete. Doch viele dieser Lebensräume sind in den vergangenen Jahrzehnten seltener geworden. Gleichzeitig haben es Bodenbrüter zunehmend schwer: Füchse, Marderhunde und seit ein paar Jahren auch Möwen entdecken die Nester oft schneller, als den Elternvögeln lieb ist – und räubern Eier und wehrlose Küken.

Schwimmende Kinderzimmer für Küstenvögel

Ein besonders anschauliches Beispiel für wirksamen Vogelschutz sind künstliche Brutinseln und Brutflösse. Sie bieten sichere Nistplätze auf dem Wasser – schwer erreichbar für Nesträuber wie Fuchs oder Marderhund. Insgesamt hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein neun Brutflösse im ganzen Land zu Wasser gelassen. Das größte landesweit und mit 80 Quadratmeter sogar eins der größten bundesweit schwimmt vor Oehe-Schleimünde und bietet rund 100 Brutpaaren einen sicheren Ort für die Familienplanung. Weitere Küken-Kindezimmer liegen vor der Geltinger Birk, auf dem Sehlendorfer Binnensee und auch im Rickelsbüller Koog. Auch auf dem Strandsee mit Blick auf die Ostsee nahe Schmoel im Kreis Plön schwimmen kleine Brutinseln. Sie alle bieten den Elternvögeln sichere Kinderzimmer für ihre Nester, Eier und letztlich die Küken. Aber auch Zäune rund um Brutflächen oder einzelne Gelege helfen.

Von solchen Maßnahmen profitieren unter anderem die Flussseeschwalbe, die Zwergseeschwalbe, Küstenschwalbe und der auffällige Säbelschnäbler. „Das Ei steht sinnbildlich für den Beginn neuen Lebens – und dafür wie sehr diese ersten Schritte Schutz brauchen“, sagt Jörn Gollisch, Wiesenvogelschützer von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Mit Brutflössen, Inseln und geschützten Brutflächen schaffen wir sichere Kinderzimmer für viele bedrohte Vogelarten.“

Küstenvogelschutz von der Ostsee bis ins Wattenmeer

Die Stiftung setzt solche Maßnahmen in mehreren großen Naturschutzprojekten um: Im EU-geförderten Projekt „Better Bird LIFE – Ein Zuhause für Küstenvögel“ werden an der Ostküste Lebensräume für Küsten und Wiesenvögel verbessert- unter anderem im Stiftungsland Geltinger Birk am Ausgang der Flensburger Förde, im Vogelschutzgebiet Oehe-Schleimünde nahe Maasholm im Kreis Schleswig-Flensburg und im Stiftungsland am Sehlendorfer Binnensee an der Hohwachter Bucht im Kreis Plön. Dort entstehen neue Brutplätze für Arten wie Fluss- und Zwergseschwalben oder den Säbelschnäbler.

Auch an der Nordseeküste wird intensiv gearbeitet: Im Projekt LIFE Wadden Sea Birds entwickelt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam mit dänischem Partner*innen neue Lebensräume für typische Wiesenvögel. Im Rickelsbüller Koog an der deutsch-dänischen Grenze entstehen Brutinseln, Feuchtwiesen und geschützte Brutflächen für Arten wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Rotschenkel.

Ein sicherer Ort für flügge Küken

Gerade jetzt im Frühling zeigt sich, wie wichtig solche Schutzmaßnahmen sind. Schon wenige Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Küken – und beginnen ihre ersten vorsichtigen Schritte ins Leben und in die Luft.

Damit diese kleinen Wunder auch in Zukunft stattfinden können, braucht es geschützte Lebensräume – und Menschen, die sich für ihren Erhalt einsetzen. Denn jedes Ei, das sicher ausgebrütet wird, ist ein kleiner Erfolg für den Vogelschutz im Land zwischen den Meeren.

Gemeinsam mit unserem Partner*innen vor Ort setzen wir uns für die Brut- und Wiesenvögel in Schleswig-Holstein ein – gemeinsam für viele flügge Küken: in Oehe-Schleimünde ist unser Partner der Verein Jordsand e.V., am Sehlendorfer Binnensee der NABU Lütjenburg, im Rickelsbüller Koog die Integrierte Station Westküste und auf der Geltinger Birk die Integrierte Station Geltinger Birk.

Ansprechpartnerin

Marketing & Kommunikation

Jana Schmidt

Leitung Pressestelle