Stück für Stück kommt das Wasser zurück ins Dosenmoor. So wird das große Moor vor den Toren Neumünsters wieder zu einem lebendigen Hochmoor, Heimat für viele Tiere und Pflanzen und gleichzeitig ein riesiger Kohlenstoff-Speicher. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein setzt den 2019 in einem Planfeststellungsverfahren beschlossenen Vernässungsmaßnahmen für das Dosenmoor über viele Jahre in mehreren Bauabschnitten um. Ein Gewinn für Mensch, Natur und den Klimaschutz. Die aktuellen Bauarbeiten beginnen am 2. September und werden bis Anfang 2026 dauern.
Dass man dabei flexibel bleiben und auf aktuelle Natur-Ereignisse reagieren muss, haben die Moor-Expert*innen bereits gelernt. „Den aktuellen Bauabschnitt wollten wir schon Anfang des Jahres fertig bekommen. Die starken Niederschläge im vergangenen Winter und Frühjahr haben uns allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht, wir kamen viel langsamer voran als gedacht. An einigen Tagen konnten die Bagger gar nicht auf dem durchnässten, weichen Boden fahren. Jetzt geht es nach der Brut- und Setzzeit weiter im Dosenmoor.“, so Projektleiter Enno Meinusch.
In der nun folgenden Bauphase werden rund 70 Grabenstaue und mehr als 3.200 Meter Wälle gebaut, damit das Wasser künftig länger im Moor verbleibt und der Wasserstand dort ansteigen kann.
Der aktuelle Abschnitt schließt an bereits wiedervernässte Flächen an und ergänzt die dort errichteten Wall-Linien. Wegen der großen Höhenunterschiede in diesem Bereich des Dosenmoors sind mehrere hintereinander liegende Wall-Linien geplant, die mit verstellbaren Überläufen ausgestattet werden, um den Wasserstand optimal regeln zu können.
Die Stiftung Naturschutz bittet Anwohner*innen und Spaziergänger*innen zu Ihrer eigenen Sicherheit, die Baustelle nicht zu betreten. Dort sind große Maschinen im Einsatz, zudem ist der Boden aufgewühlt und feucht, es besteht die Gefahr des Einsinkens.
Hintergrund
Das Dosenmoor bei Neumünster ist eines der wertvollsten Moore, die wir in Schleswig-Holstein haben. Obwohl es über viele Jahrzehnte entwässert und Torf abgebaut wurde, ist noch ein großer Teil des Hochmoores erhalten – ein echter Schatz für moortypische Tiere und Pflanzen sowie eine Chance für den Klimaschutz.
Deshalb wird das Dosenmoor Stück für Stück renaturiert, indem der natürliche Wasserstand wiederhergestellt wird. Damit das Wasser zukünftig im Gelände bleibt, bauen die Expert*innen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein das Moor um. Sie verschließen Entwässerungsgräben, buddeln Drainagen aus, bauen Dämme und Überläufe.
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