Ziegen fressen für Naturschutz

Wanderweg Schafstedt zeitweise gesperrt 

Sie meckern nicht, sie machen: eine Herde Burenziegen soll in den kommenden Wochen gegen die nicht-heimischen Lupinen im Stiftungsland Schafstedt – besser bekannt als „ehemaliges Tanklager“ im Kreis Dithmarschen – anfressen.

Denn die hübsch bunt-blühenden Lupinen sind kein harmloser Farbtupfer, sondern eine echte Bedrohung für die heimische Wildpflanzenwelt. Sie stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, Nordafrika und Vorderasien und breiten sich auf nährstoffarmen, sonnigen Standorten massiv aus. Ihr Supertalent: sie können Stickstoff aus der Luft binden und reichern damit den Boden an. Was für die Landwirtschaft vielerorts ein Vorteil ist, ist im Naturschutz ein echtes Problem: Die Lupine verändert den Boden so stark, dass lichtliebende anspruchsvolle Wildblumen, die an nährstoffarme Bedingungen angepasst sind, zunehmend verdrängt werden, wie beispielsweise der Thymian.

Ziegen fressen, was andere verschmähen

Normalerweise kümmern sich im Stiftungsland Schafstedt eine Herde Galloways das ganze Jahr über um die Beweidung. Doch bei Lupinen vergeht den zotteligen Vierbeiner offenbar der Appetit. Sie fressen nur drumherum. Ganz anders die Ziegen vom „Burenziegenhof Christians“ – sie lieben Lupinen und knabbern sie konsequent bis auf den Stängel ab. Dabei erwischen sie auch andere ungeliebte Pflanzen wie die invasive Spätblühende Traubenkirsche oder Dornensträucher, die sich immer weiter ausbreiten. Die tierische Beweidung ist Teil einer gezielten Maßnahme zur Erhaltung der Artenvielfalt im Stiftungsland. Statt Maschine oder Giftspritze kommen Fresslust und Klettergeschick zum Einsatz: Ziegen sind wendig, durchqueren unwegsames Gelände und machen auch vor dem Problemkraut Lupine keinen Halt. „Die Tiere auf den Wegen und gesperrte Pfade verursacht bei vielen Menschen Fragezeichen, Stirnrunzeln und Unverständnis, aber für den Naturschutz ist diese Maßnahme unverzichtbar“, erklärt Christine Büsing, die zuständige Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Ziegen fressen die Lupinen im wahrsten Sinne des Wortes von der Fläche und helfen so, wertvolle Lebensräume für viele bedrohte Arten zu erhalten.“

Sperrung des Wanderweges

Der beliebte Wanderweg, der von vielen Einheimischen gern genutzt wird, wird deswegen in den nächsten Wochen temporär gesperrt werden. Denn: die Ziegen werden einige Wochen zu tun haben. Um die Tiere nicht zu stören, und um sich selbst nicht zu gefährden – bittet die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein während der Beweidung um Verständnis für die vorübergehende Sperrung.