Zauneidechsen sind echte Überlebenskünstler – doch in Schleswig-Holstein sind sie stark gefährdet. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein setzt sich deshalb gemeinsam mit Reptilienexperte Janis Ahrens und Patrick Pohlman seit Jahren für ihren Schutz ein. Mit Erfolg: Im Stiftungsland Hasenkrug konnten bereits über 200 dieser faszinierenden Reptilien angesiedelt werden.
Ein Lebensraum wie gemacht für Zauneidechsen
Das Stiftungsland Hasenkrug wurde gezielt als Rückzugsort für Zauneidechsen umgestaltet. Hier finden sie:
Sonnige Sandflächen zum Aufwärmen und zur Eiablage
Stubbenhaufen und Steinhaufen als sichere Verstecke und Winterquartiere
Blütenreiche Wildpflanzen wie Thymian und Heide, die Nahrung in Form von Insekten anlocken
Verbundene Strukturen, sogenannte "Trittsteine", damit die Eidechsen kurze Wege zwischen ihren Lebensräumen haben
Diese gezielte Lebensraumgestaltung hilft dabei, den Reptilien langfristig eine Zukunft zu sichern.
Warum sind Zauneidechsen bedroht?
Die größte Gefahr für die Zauneidechse ist der Verlust geeigneter Lebensräume. Straßen, Bahnlinien und Siedlungen zerschneiden die Landschaft, Insekten, die ihre Hauptnahrungsquelle sind, werden durch intensive Landwirtschaft und den Rückgang blütenreicher Flächen immer seltener. Dabei sind die Tiere standorttreu und bewegen sich oft nur in einem Radius von 20 Metern.
Erfolgreiche Nachzucht sichert die Zukunft
Die Jungtiere stammen aus einem gezielten Aufzuchtprogramm der Stiftung Naturschutz und ihrem Projektpartner, der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung (GFN). In einem geschützten Freilandgehege aufgezogen und unter optimalen Bedingungen ausgebrütet, starten sie mit einem entscheidenden Vorteil ins Leben: Sie sind kräftiger und besser vorbereitet auf ihre erste Winterruhe.
Auswilderung am 12. August 2025
Am 12. August 2025 wurden 29 dieser jungen Zauneidechsen im Stiftungsland Hasenkrug ausgewildert – in kleinen Gruppen von jeweils fünf Tieren an verschiedenen, sorgfältig ausgewählten Orten. Jede Aussetzungsstelle bot von Anfang an optimale Bedingungen: sonnige Plätze zum Aufwärmen, dichte Vegetation und natürliche Verstecke wie Steinhaufen oder Wurzelgeflechte. Kaum hatten die kleinen „Drachen“ den sicheren Transportbehälter verlassen, huschten sie flink in ihr neues Zuhause. Einige verschwanden sofort zwischen Heidekraut und Grasbüscheln, andere blieben noch kurz in der Sonne sitzen, als wollten sie sich orientieren. So konnten sie direkt damit beginnen, ihre neuen Reviere zu erkunden und sich gut geschützt niederzulassen.




