Wo heute noch entwässertes Grünland liegt, soll künftig wieder mehr Wasser bleiben: Im Stiftungsland Reppelmoor bei Alt Bennebek in der Eider-Treene-Sorge-Niederung Kreis Schleswig-Flensburg bringt die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein – eine 100-prozentige Tochter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein das Moor ab Montag, 19. Januar 2026 zurück ins Gleichgewicht. Auf rund elf Hektar werden alte Drainagen im Boden aufgespürt und zerstört – damit das Wasser wieder dort bleibt, wo es hingehört.
Ein Bagger arbeitet sich behutsam über die Weideflächen entlang des Reppelwegs. Sein Ziel liegt unsichtbar unter der Erde: jahrzehnte-alte Entwässerungsrohre, die das Niedermoor trockenlegen. Werden Sie entfernt oder zerstört, kann sich der Boden wieder vollsaugen, wie ein Schwamm. Regenwasser bleibt länger auf der Fläche, das Moor atmet auf.
„Wenn wir das Wasser zurückhalten, schützen wir nicht nur den Boden, sondern auch das Klima“, erklärt Mia Wennemuth, Maßnahmen-Managerin der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein. „Nasse Moorböden speichern große Mengen Kohlenstoff – trockengelegte Moore dagegen setzen klimaschädliche Gase frei.“
Doch nicht nur das Klima profitiert. Mit der Vernässung entstehen wieder feuchte Wiesen, die selten geworden sind. Wiesenvögel wie Braunkehlchen, Wiesenpieper und Schafstelze finden hier ruhige Brutplätze, Rastvögel wie Zwergschwäne und Kiebitz Nahrung und Insekten wie Heuschrecken und Tagfalter die feuchten, blütenreichen Wiesen, die sie zum Überleben brauchen.
Die Maßnahme findet im Rahmen eines sogenannten Ökokontos statt. Dabei werden Eingriffe in Natur und Landschaft durch gezielte Aufwertungsmaßnahmen ausgeglichen. Die Projektleitung liegt bei Mia Wennemuth von der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein. So wird im Reppelmoor Schritt für Schritt aus entwässertem Grünland wieder eine lebendige Feuchtwiese – gut für das Klima, gut für Vögel, gut für die Vielfalt vor unserer Haustür.


