Seltener Fund: Das Königsmoor hat einen König – den Wachtelkönig

Seltene Begegnung im Königsmoor: Der Ruf des bedrohten Wachtelkönigs – ein Zeichen für erfolgreichen Moor- und Artenschutz in Schleswig-Holstein.

Die Sonne taucht das Königsmoor bei Rendsburg in ein warmes Abendrot und die Dunkelheit senkt sich über die feuchten Wiesen. Es ist kurz nach 23 Uhr als Maria Jung von der Stiftungswacht der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Trainee Charlotte Anders aufmerksam innehalten. Ein leises „Crex crex“ durchbricht die Stille – kaum hörbar doch für Kenner*innen unverkennbar: Ein Wachtelkönig ruft. 

Die Freude ist groß, denn dieser heimlich lebende Vogel ist eine echte Rarität. In Deutschland gilt der Wachtelkönig als vom Aussterben bedroht. Er brütet versteckt am Boden – am liebsten in weitläufigen, feuchten Wiesen mit hohen Gräsern, wie sie in Flussniederungen oder auf extensiv genutzten Feuchtwiesen zu finden sind. Jedoch gehen die Lebensräume dieser seltenen Vogelart durch die immer intensiver werdende Landwirtschaft verloren – vor allem durch Entwässerung, zu frühe Mahd und den Rückgang artenreicher Wiesen. Umso bemerkenswerter ist sein Ruf aus dem Königsmoor. 

Dort, wo die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bereits vor zehn Jahren das Moor wiedervernässt hat, kehrt das Leben zurück. Moore wie diese speichern nicht nur Wasser – sie sind wahre Klimaschützer. Im Königsmoor werden über 50 Jahre knapp 40.000 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. Das entspricht dem Treibhausgas-Ausstoß von mehr als 80 Menschen – jedes Jahr, ein halbes Jahrhundert lang. Ein echter Beitrag für den Klimaschutz also! Aber nicht nur das - auch für den Erhalt der biologischen Vielfalt spielt die Wiedervernässung von Mooren eine wichtige Rolle.

Bei sieben Begehungen zur Brutvogel-Erfassung wurden 2025 seltene Arten, wie Rohrdommel, Kiebitz, Rotschenkel, Feldschwirl und sogar zwei Kranichpaare mit Nachwuchs gesichtet. „Das Vorkommen dieser gefährdeter Brutvögel im Königsmoor belegt, wie wichtig die Wiedervernässung von Mooren auch für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein ist“ so Projektleiter und Moorexperte Gerrit Werhahn von der Stiftung Naturschutz.