Parlamentarischer Abend zum biologischen Klimaschutz im Landeshaus

Der Parlamentarische Abend des Landesnaturschutzverbandes (LNV) hat vergangenen Dienstag, 9. Juni, den Biologischen Klimaschutz im Landeshaus in den Mittelpunkt gestellt.

Moore, Wälder und Dauergrünland sind wichtige Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel in unserem Land. Ute Ojowski, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, zeigte den Teilnehmenden, wie die Stiftung erfolgreich Moore vernässt und damit sofort die weitere Zersetzung der Torfschichten an der Luft und damit die Ausgasung von CO2 stoppt. Mit der Rückkehr der Torfmoose, erläuterte sie, beginnt das Moor sogar wieder aktiv Kohlenstoff zu binden und wird zur Senke für den Klimaschutz.

Biologischer Klimaschutz im Fokus

Damit ist die Stiftung ein wichtiger Akteur im Moorschutz, kann jedoch nicht der Einzige bleiben, betont Ute Ojowski. Gleichzeitig begrüßt sie ausdrücklich, dass sich die Eider-Treene-Sorge GmbH auf den Weg macht, gemeinsam mit Landwirtschaft, Wirtschaft, den Wasser- und Bodenverbänden sowie vielen weiteren lokalen Akteuren die Transformation der Landnutzung anzugehen. Ralf Thiessen, Geschäftsführer der GmbH, die von acht Ämtern in der Eider-Treene-Sorge-Niederung getragen wird, stellte zudem den Plan vor, für ein Leuchtturmprojekt zur Moorvernässung Bundesmittel in Millionenhöhe einzuwerben.

Wenn das Land Schleswig-Holstein seinen im Parlament beschlossenen Fahrplan zur Klimaneutralität bis 2040 weiterhin ernst nehmen möchte, führt an der Vernässung der Moorböden kein Weg vorbei. Claudia Bönnighausen, Abteilungsleiterin Naturschutz im MEKUN, lobte erneut die Pionierarbeit des Landes im Moorschutz. So kam etwa der Impuls für das Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ aus dem moorreichen nördlichsten Bundesland. Sie betonte außerdem, dass in Deutschland rund 7 Prozent der Treibhausgasemissionen aus bewirtschafteten Moorböden stammen; in Schleswig-Holstein hingegen sind es mit 17 Prozent mehr als doppelt so viele.

Regionale Auswirkungen und struktureller Wandel

Dr. Walter Hemmerling aus dem Vorstand des Landesnaturschutzverbands Schleswig-Holstein e. V. forderte gar, die Transformation hin zu einer moorbodenschonenden Nutzung in der Eider-Treene-Sorge-Niederung, der moorreichsten Landschaft des Landes, ganz oben, in der Staatskanzlei, zu verankern. Denn die Auswirkungen auf das Gebiet reichen weit über eine bloße Nutzungsänderung der Flächen hinaus. Sie stoßen einen Strukturwandel für die rund 115.000 Einwohner:innen in der Region an, der auch mit ausreichenden finanziellen Mitteln, etwa für die dort wirtschaftenden Landwirte, begleitet werden muss.

Die rund 100 Gäste nahmen nicht nur mit vielen Fragen an der Podiumsdiskussion teil, sondern auch beim anschließenden Austausch bei Getränken und Häppchen wurde rege weiterdiskutiert.