Wenn das Projekt Klimafarm der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ein Moor wiedervernässt, geschieht das für Natur und Klima, aber auch für die nasse Bewirtschaftung. 20 Hektar Moorgrünland im Kreis Schleswig-Flensburg zwischen Süderstapel und Eider werden dafür wiedervernässt. Seit Donnerstag, den 11. Februar ist deshalb ein Spezial-Bagger in dem abgelegenen Gebiet unterwegs. Das schwere Gerät auf extra breiten Ketten schüttet Entwässerungsgräben zu, um einen für die Bewirtschaftung idealen Wasserstand von 10 Zentimeter unter der Erdoberfläche zu erreichen.
„Bei jeder neuen Vernässung lassen wir Erkenntnisse aus bisherigen Ernten einfließen. Man muss für jede Ecke der Fläche schauen, wie man einen optimalen Wasserstand erreicht“, erklärt Nina Ahlers, zuständige Expertin für Wiedervernässung im Projekt Klimafarm.
Schon diesen Sommer soll dann eine spezielle Mäh-Raupe das frisch vernässte Moor abernten. Insgesamt 140 Hektar wiedervernässtes Moor werden dann vom Projekt in der Eider-Treene-Sorge-Niederung gemäht. Die Pflanzen, die auf nassem Moorböden von alleine wachsen, sind der Rohstoff, mit dem die Klimafarm arbeitet. Ziel des Vorhabens ist es, die nasse Moor-Bewirtschaftung zu erproben, Produkte aus dem Rohstoff zu entwickeln und Möglichkeiten zu finden, so Geld zu verdienen.
Auf sich aufmerksam machte die Klimafarm zuletzt im Sommer. Auf dem Wacken Open Air testete sie Bodenschutzmatten, die größtenteils aus dem Moor-Rohstoff bestehen. Sie konnten einen Fußweg erfolgreich gegen Regen und Schlamm schützen.
Die Baumaßnahmen im Süderstapeler Westerkoog dauern bis Ende des Monats an. Einschränkungen im Verkehr entstehen nicht.
Die Klimafarm ist ein Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK).
