Schmetterlingsexperte Dr. Detlef Kolligs von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gab in seinem Vortrag spannende Einblicke in das verborgene Leben der nachtaktiven Schmetterlinge – von ihrer Vielfalt über ihre ökologische Bedeutung bis hin zu den Gefahren, denen sie ausgesetzt sind.
Mit rund 96 Prozent machen Nachtfalter den weitaus größten Teil der heimischen Schmetterlingsarten aus – Tagfalter sind mit gerade einmal drei Prozent vertreten. Dennoch stehen sie meist im Schatten ihrer farbenfrohen Verwandten. Dabei übernehmen Nachtfalter wichtige Aufgaben im Naturhaushalt: Sie bestäuben Pflanzen, dienen als Nahrung für zahlreiche Tierarten und sind ein empfindlicher Gradmesser für Umweltveränderungen.
Ein zentrales Thema des Abends war die zunehmende Bedrohung durch nächtliche Lichtverschmutzung, die den Orientierungssinn vieler Arten stört und sich negativ auf ihre Lebenszyklen auswirkt.
Zugleich wurde deutlich, wie anpassungsfähig und vielfältig diese Insektengruppe ist. So nutzen Arten, wie das Abendpfauenauge, ausgeklügelte Überlebensstrategien: Im Ruhezustand ist es perfekt getarnt, wird die Art jedoch gestört, blitzen plötzlich farbintensive Hinterflügel auf – ein effektiver Trick zur Abschreckung von Fressfeinden. Und auch die klimatischen Veränderungen zeigen sich längst in der Nachtfalterwelt Schleswig-Holsteins. Immer häufiger lassen sich wärmeliebende Arten wie der Nachtkerzenschwärmer oder das Taubenschwänzchen beobachten, die ursprünglich auf südlichere Regionen beschränkt waren. Ihr Auftreten im Norden gilt als deutlicher Hinweis auf die Verschiebung ökologischer Grenzen durch den Klimawandel.
Im Anschluss an den Vortrag hatten die Besucher*innen Gelegenheit, die Theorie in die Praxis zu übertragen: Beim Lichtfang im Garten von Kollhorst ließen sich verschiedene Nachtfalterarten aus nächster Nähe beobachten.
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