Auf dem jährlichen Moor-Netzwerktreffen tauschen sich die Teilnehmer*innen über Themen wie Naturschutz und Arten im Moor, Wiedervernässung und Renaturierung oder die Klimawirksamkeit der Moore aus.
Dieses Jahr stand das Treffen ganz im Zeichen der Waldmoore, eine ganz spezielle Moor-Landschaft. Waldmoore sind nicht wie im Offenland große Flächen mit Torf-Boden, sondern viele kleine Moor-Inseln im Wald. In nassen Senken hat sich hier aus Bruchwald, vor allem aus Erlen und Birken, Torf gebildet. Besonders ist, dass hier spezielle Seggen oft Bulte bilden, also Erhebungen, auf denen sich auch Arten ansiedeln können, die es nicht allzu nass mögen. Typische Baumarten im Waldmoor sind Schwarz-Erle, Moor-Birke, Esche und Grau-Weiden.
Vormittags führten Cordula Knabe (Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein), Dr. Joachim Schrautzer (CAU Kiel) und Albert Brüser-Pieper (MEKUN) mit Vorträgen über Klimaschutz-Potentiale und Fördermöglichkeiten theoretisch in das Thema Waldmoore ein.
Am Nachmittag fuhren die Teilnehmenden dann raus ins Hasenmoor bei Felde, das die Stiftung Naturschutz im Winter 2023/24 vernässt hat, und konnten vor Ort die Erfolge der Renaturierung sehen. Der Planer der Baumaßnahmen, Björn-Henning Rickert, berichtete von den Besonderheiten und Herausforderungen bei der Vernässung dieses Waldmoors.
Die Moor-Expert*innen gingen bei der Vernässung des Hasenmoors besonders vorsichtig vor, um möglichst wenig vom bestehenden Wald zu beeinflussen. Sie verschlossen vor allem Entwässerungsgräben, setzten einige Staue ein und bauten strategisch ein paar Wälle mit extra kleinen Baggern. Nach dem Umbau läuft das Wasser kaskadenartig durch die kleinen Moor-Inseln bis alle wieder nass sind. Quasi ein minimal-invasiver Eingriff mit großer Wirkung.
Mehr zum Stiftungsland Hasenmoor erfahren Sie hier.
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