Eigentlich sollten sich die Moorfrösche in Schleswig-Holsteins Mooren längst in ihre Winterruhe zurückgezogen haben. Doch bei einer Exkursion im Dosenmoor entdeckten Expert*innen der internationalen Moorfrosch-Tagung noch ein waches Exemplar – ein Zeichen für die ungewöhnlich milden Novembertemperaturen. Vom 14. bis 16. November 2025 trafen sich über 100 Fachleute aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich in und um Kiel, um sich über den Schutz des Moorfroschs auszutauschen, der 2025 zum „Lurch des Jahres“ gekürt wurde.
Schleswig-Holstein als „Insel der Glückseligen“
Der Moorfrosch, bekannt für die blaue Färbung der Männchen während der Paarungszeit, gilt in vielen Bundesländern als gefährdet. In Schleswig-Holstein jedoch sind die Bestände noch stabil – ein Erfolg, der auf jahrzehntelange Schutzmaßnahmen zurückgeht. „Wir leben hier auf einer Insel der Glückseligen“, so ein Tagungsteilnehmer. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und ihre Partner haben mit Flächenmanagement, Weidelandschaften und gezieltem Know-how maßgeblich dazu beigetragen, dass Amphibienarten wie der Moorfrosch heute wieder bessere Lebensbedingungen vorfinden.
Exkursionen und Fachvorträge
Die Tagung startete mit einer Exkursion ins Dosenmoor, wo Dr. Björn Rickert (freiberuflicher Moorexperte), Christian Koppitz (Landesamt für Umwelt) und Philipp Meinecke den Teilnehmenden die renaturierten Flächen präsentierten. Am Samstag und Sonntag folgten in der Christian-Albrechts-Universität Kiel Fachvorträge, organisiert vom Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) und dem Landesamt für Umwelt (LfU). Hauke Drews und Philipp Meinecke von der Stiftung Naturschutz sowie und Helge Luthe vom Planungsbüro Mordhorst-Brettschneider stellten die Arbeit in Schleswig-Holstein vor. Besonders beeindruckend war der Vortrag von Moritz Ott über Projekte im Landkreis Ravensburg.
Wichtiger Austausch für den Artenschutz
„Solche Tagungen sind essenziell, um Erfahrungen zu teilen und neue Impulse zu erhalten“, betonten die Organisator*innen. Unsere Expert*innen konnte nicht nur eigene Erfolge präsentieren, sondern auch wertvolle Anregungen aus anderen Regionen mitnehmen. Einig waren sich alle: Nur durch kontinuierlichen Schutz der Lebensräume und überregionale Zusammenarbeit lässt sich der Rückgang der Amphibienbestände langfristig stoppen.
Weitere Informationen und das vollständige Programm der Tagung hier
