Erwachsene Zauneidechse sitzt auf einem verwitterten Baumstumpf in einem sonnigen Trockenlebensraum.

Erfolgreiche Zauneidechsen-Rettung im Kreis Segeberg

Sie sind kaum größer als ein Zeigefinger, aber für den Artenschutz ein großer Erfolg: Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat seit 2019 mehr als 840 junge Zauneidechsen im Kreis Segeberg ausgewildert.

Mit der letzten Aussetzung im Sommer 2026 endet eines der größten Wiederansiedlungsprojekte für die streng geschützte Reptilienart in Schleswig-Holstein. 

Neue Lebensräume für Zauneidechsen im Kreis Segeberg

Bevor die ersten Tiere überhaupt einziehen konnten, schuf das Team um Projektleiter Janis Ahrens die passenden Lebensräume. Im Stiftungsland Hasenkrug entstanden unter anderem sandige Rohbodenflächen, Heidebereiche sowie zahlreiche Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten. Insgesamt wurden neue Populationen in Bad Bramstedt, Latendorf und Hasenkrug aufgebaut.

Erste Hinweise auf erfolgreiche Vermehrung

Besonders erfreulich: Im Stiftungsland Bad Bramstedt gibt es bereits erste Hinweise darauf, dass sich die ausgesetzten Tiere erfolgreich vermehren. Für die weiteren Projektgebiete hoffen die Naturschützerinnen und Naturschützer auf ähnliche Nachweise. Sie wären ein wichtiger Beleg dafür, dass sich die Populationen langfristig ohne Unterstützung erhalten können. 

Warum die Zauneidechse strukturreiche Flächen braucht

Die Zauneidechse stellt hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie benötigt sonnige Plätze zum Aufwärmen, lockere Sandflächen für die Eiablage, Verstecke und ein reiches Angebot an Insekten. Genau dieses Mosaik aus unterschiedlichen Strukturen hat die Stiftung auf den Projektflächen geschaffen. Davon profitieren nicht nur die kleinen Reptilien, sondern auch zahlreiche andere Arten wie Wildbienen, Heuschrecken, Schmetterlinge und Vögel. 

Monitoring sichert langfristigen Artenschutz-Erfolg

Auch nach Abschluss der Auswilderungen bleibt die Arbeit wichtig. In den kommenden Jahren wird die Stiftung beobachten, wie sich die neuen Populationen entwickeln. Denn der eigentliche Erfolg zeigt sich erst dann, wenn die kleinen Drachen dauerhaft bleiben, sich vermehren und ihren Lebensraum aus eigener Kraft erobern.