Zwischen Mücken, Mausi und Moor – Abenteuerliche Alltage in Woche Zwei des FÖJ

Moor, Mücken, Maschinen: In Woche zwei unseres FÖJ erwarten euch nächtliche Lauscher, heldenhafte Waschstraßenfahrten und epische Kämpfe gegen Dornen und Datenfluten!

 

FÖJ-Blog – Zweite Woche (11.08.–15.09.)

Geneigte Leserschaft,

 es ist mir, Lorenz, eine ausgesprochene Ehre, den dieswöchigen Blog zu verfassen. Die vorangegangene Woche hatte sowohl Hoch- als auch Tiefpunkte:

Zunächst wurde uns am Montag die Ehre zuteil, die sagenumwobene Maria ins Glasmoor zu begleiten. Gemeinsam machten wir uns auf, um die sogenannten Blogger mit neuen Batterien auszustatten, die Speicherkarten zu wechseln und sie neu zu programmieren. Besagte Blogger sind mit einem Mikrofon ausgestattet, um zu bestimmten Zeiten des Tages das Singen der Vögel aufzunehmen. Wir stellten sie auf andere Zeitfenster um, damit sie nun Fledermäuse abhören.                                         Auf meinem gebrochenen Zeh kann ich inzwischen wieder halbwegs gut laufen, weshalb die Tour keine größeren Schwierigkeiten bereitete. 

Es war ein durchaus heiterer Tag, da es von Fröschen und Rotwild bis hin zu unbekleideten Männern am Waldrand allerhand zu beobachten gab.                      Zudem durften sich Maria und Anna an meinen Soundeffekten zur Wildschweinabschreckung erfreuen. Maria konnte einen seltenen Pilz erspähen und sich so ein Abzeichen für ihre App sichern. 

Ansonsten war es mir anvertraute Obliegenheit, ein Abflussrohr im Moor von Stöcken und Treibholz zu befreien, ohne dabei selbst hinein zu kippen. Am Ende dieses Tages waren wir zwar von Mücken zerstochen, doch nicht minder glücklich. 

Als Nächstes ist es mir eine ausgesprochene Freude zu verkünden, dass die werte Anna und meine Wenigkeit beschlossen haben, den verschiedenen Personalkraftwagen der Stiftung passende Spitznamen zu verleihen. Die jeweiligen Kosenamen werden hier erklärt und mögen sich hoffentlich mit der Zeit einbürgern.

Am Dienstag hatten wir dann den Bürotag, welcher ursprünglich für Montag angedacht war. An diesem Tage fuhren wir auch erstmals zur Waschstraße bei Mr. Wash. Da wir keinerlei Erfahrungen mit selbigem Etablissement hatten, entschlossen wir uns, zunächst mit einem überschaubaren Auto vorzufahren. Unsere Wahl fiel kühn auf den Ford Ranger, welcher kurz darauf den Spitznamen „Mausi“ erhielt – da er augenscheinlich so süß und klein sei. Mit seinen 2,15 Metern Breite hätte er kaum 10 cm breiter sein dürfen, andernfalls wäre die Waschstraße ein Abenteuer besonderer Art geworden. Die 5,30 Meter Länge und 1,85 Meter Höhe stellten allerdings FAST kein Problem dar.

Stolz möchte ich verlauten lassen, dass wir Mausi mit Erfolg und ohne einen einzigen Kratzer durch die Waschstraße beförderten. Der Kangoo und der Ioniq 5 waren danach kein Problem mehr, wenngleich sie bislang noch keine Spitznamen erhalten haben.

Spitznamen jedoch bekamen der VW e-Up, welchen wir ob seiner schieren Größe und unbändigen Kraft „Skull Breaker“ tauften, sowie der Yeti Cappuccino, den wir liebevoll „Alter Stinker“ nannten. Obwohl uns verschiedene Personen bereits vor dem Cappuccino gewarnt hatten, habe ich diesem alten, klapprigen Dieselchen bald mein Herz geschenkt – da er, abgesehen von einem fehlenden Bluetooth-Radio, keine nennenswerten Schwächen aufweist und mich in stiller Wehmut an mein eigenes Auto in Belgien erinnert.

Der nächste Tag nach dem Dienstag war, wie so oft, ein Mittwoch. Auch diesen Tag verbrachten wir – zu unserem Leidwesen – im Büro. Es drängte uns nach draußen, zu Außeneinsätzen, doch letztlich brachten wir Sperrmüll, Altpapier und kaputte Bürostühle hinweg, lieferten einige Flyer aus und flickten die Wathosen.

Allzu gern würde ich euch, unseren verehrten Leser*innen, von unserer Qual berichten, uns durch bergeweise E-Mails und Kalendereinträge zu wühlen – doch es war tatsächlich nicht sonderlich erquickend und ein recht fader Zeitvertreib.

Nun denn – am Donnerstag fuhren wir mit Jane ins Weißenhäuser Brök, um Kartoffelrosen zu zupfen. Es war ein sehr sonniger Tag, und der Ort des Geschehens lag auf einer Düne direkt am Meer. Die besagten Kartoffelrosen hatten die unangenehme Eigenschaft, aus bereits zerstückelten Wurzelfragmenten – tief im Sand verborgen – erneut auszutreiben. Diese widerborstigen Stachelgewächse mussten wir ausgraben und die Wurzeln ordnungsgemäß entsorgen. Da wir früh und tüchtig mit der Arbeit begannen, waren wir vor Mittag fertig und konnten eine Pause einlegen sowie den geordneten Rückzug zur Stiftung antreten. Danach brachten wir den Ioniq zur Waschstraße und etwas Müll fort.

Am Freitag schließlich nahmen wir mit höflichster Ergebenheit Anteil an einer Besichtigung der Klimafarm. Mit Luna und Kiara im Gepäck sausten wir gen Ekel und Marie. Dort angekommen, durften Anna und ich in dem luxuriösesten Badezimmer, welches unsere Augen je erblickt hatten, ein paar Flaggen waschen – noch gezeichnet von der Kriegsbemalung des Wacken-Festivals. So luxuriös jenes Badezimmer auch gewesen sein mag – umso enttäuschter waren wir, als ausschließlich kaltes Wasser aus den Quellen sprudelte. Danach gingen wir mit Marie noch Handschuhe kaufen und verspeisten eine Apfeltasche zum Mittag.

Da die Ernte an diesem Tage jedoch nicht zu verrichten war, blieb der eigentliche Anlass unserer Anreise leider aus. So machten wir uns bald wieder auf den Heimweg, und als Anna und ich später noch etwas Müll fortschafften, lernten wir den Alten Stinker mit seiner ulkigen Kupplung näher kennen. Als der Tag schließlich mit einer Müll Tour ausklang, machten wir uns guter Dinge auf ins Wochenende.

In der nächsten Woche werden wir wieder viel mit Mausi unterwegs sein. Und in der darauffolgenden Woche steht unser erstes Seminar an – es bleibt also spannend hier bei uns. Bis dahin, verehrte Leserschaft! – Lorenz ________________________________________ 

📜 Haiku der Woche

 Der Nager geputzt

 Wurzeln dem Sand enthoben

 Routine erglimmt