Wie man zum Lebensretter wird

Diese Woche warteten gleich mehrere Rettungsmissionen auf unser FÖJ-Heldentrio, sodass sie für Moor und Mensch hinauszogen (und nebenbei natürlich noch Ponys streichelten)!

Geehrte Leserschaft,

 

ich hoffe, Euch geht es gut und Ihr hattet bisweilen eine fabelhafte Woche! Die Woche dieses Blogs war für uns vor allem eins: eine kurze Woche. Sowohl am Montag als auch am Mittwoch stand für uns kein Außeneinsatz an, sodass ich Euch nur wenig zu erzählen habe.

 

Zwischen den beiden Bürotagen lag also der Dienstag, an welchem Annalena uns mit nach Schwabstedt nahm. Dort trafen wir auf Nils und Kerstin von der Stiftung sowie auf einen Kollegen von der Gemeinde Schwabstedt. Zusammen sollten wir dort einen Weg der Gemeinde kontrollieren und freiräumen, welcher über die letzten Monate zugewachsen war. Mit vereinten Kräften schafften wir Ranken aus dem Weg, sägten und knipsten mit Motorsäge und Astschere kleine und große Zweige kurz und klein und machten so den Weg wieder begehbar. Auf dem Rückweg zeigte Annalena uns noch ein paar andere kleine Stiftungsflächen und wir machten einen kleinen Abstecher zur Klimafarm, auf der als Pilotprojekt der Stiftung zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Moorböden geforscht wird. Neben den einzigartigen landwirtschaftlichen Maschinen, die zwischen ihren Moor-Einsätzen in der Garage herumstanden, waren mein persönliches Highlight zwei wirklich flauschige und zutrauliche Ponys auf einer Koppel nebenan.

 

Am Donnerstag stand auch nicht viel auf unseren Zetteln, sodass das einzige Erwähnenswerte dieses Tages am Nachmittag stattfand: eine der regelmäßigen Blutspende-Aktionen der Stiftung, bei der Stiftungsmitarbeitende gemeinsam Blut spenden gehen. Die Aufwandsentschädigung sammeln wir dabei am Ende ebenfalls für einen guten Zweck – in der Vergangenheit beispielsweise für die Organisation donna klara e.V., die von patriarchaler Gewalt betroffene FLINTA*-Personen berät und unterstützt. Für mich war es das erste Mal Blutspenden, und dementsprechend aufgeregt war ich auch – nach einem sehr freundlichen Aufklärungsgespräch fühlte ich mich aber schon besser, und tatsächlich war es völlig unkompliziert. Während der Spende konnten wir uns unterhalten, einen kleinen Anti-Stress-Ball kneten und entspannen – was will man mehr von einem Arbeitstag? 

 

Der Freitag schließlich führte mich zusammen mit einem Großteil des Moorteams der Stiftung ins Herrenmoor bei Kleve. Dort war vor einiger Zeit im Graben geräumt worden, der neben diversen anderen Pflanzen auch großflächig von Torfmoosen besiedelt war. Diese lagen nun aber neben dem Graben auf dem Trockenen, und auch wenn Torfmoose wahre Überlebenskünstler sind (austrocknen an sich ist für sie kein Problem – sobald sie wieder Wasser bekommen, werden die Stängel schnell wieder gesund grün), brauchen sie, um ihre moor- und klimaschützende Funktion erfüllen zu können, irgendwann wieder Wasser um sich herum. In der Hoffnung, dass die kleinen blassen Pflänzchen seit der Grabenräumung noch nicht abgestorben waren, schnappten wir uns große Ikea-Tüten und sammelten die zum Teil schon sehr bleichen Moose ein. Einige Zeit später war nun jeder von uns mit ein bis zwei randvollen Tüten Torfmoos ausgestattet und es ging zu Schritt zwei: dem erneuten Verteilen. Wie schon in vergangenen Einträgen erwähnt, muss man hierbei etwas auf die Ansprüche der Sphaghnum-Unterarten achten, damit kein Moos einfach ertrinkt (oder vertrocknet), und dementsprechend entscheiden, wo welches Moos ausgesetzt wird. Am Ende hatten wir jedoch so ziemlich alle guten Habitate bepflanzt, und in unserer Nähe war nur noch eine von Wasser umringte Torf-„Insel“ ohne Moosbewohner – für uns mit Gummistiefel leider unerreichbar, und so blieb uns nichts anderes über, als mit unseren Resten eine Runde Torfmoosweitwurf zu spielen.  Dies funktionierte auch überraschend gut, und so kann sich das Herrenmoor auch an diesen ehemaligen Torfentnahmestellen hoffentlich bald über einen schönen grünen Torfmoosteppich freuen.

 

Das, meine lieben Leserinnen und Leser, war es auch schon wieder von meiner Seite. Es war mir eine Freude, und ich hoffe, euch ebenso! Bleibt gesund, probiert, falls ihr es nicht schon tut, auch mal das Blutspenden aus (ihr rettet Leben!), und hoffentlich lesen wir uns bald wieder!

 

-Kira