Das FÖJ-Jahr neigt sich dem Ende zu und unser Sylt Seminar stand vor der Tür. Da ich im Vorbereitungsteam war ging es für mich schon am Sonntag mit einer Mischung aus Freude und etwas Wehmut nach Sylt. Begleitet wurde ich allerdings schon von Siri und noch ein paar anderen FÖJis aus unserer Seminargruppe, da sie mich bei der Vorbereitung etwas unterstützt haben.
Am ersten Abend stand noch nicht so viel an. Es war so eine Art Ruhe vor dem Sturm im Zeltlager, indem wir unsere Woche verbringen sollten: Wir unter uns im kleinen Team der Vorbereiter*innen, bevor am nächsten Vormittag über 100 weitere FÖJis aus ganz Schleswig-Holstein das Gelände stürmen sollten. Wir haben eine Vorbesprechung gehabt und die Essenslieferung für die Woche entgegengenommen. Außerdem haben wir schonmal den nahegelegenen Strand erkundet. Dort bot sich uns ein Bild der absoluten Stille. Kein Mensch war in Sicht – und das auf Sylt, wo man sonst immer vom Trubel der Touristen gehört hat.
Am nächsten Vormittag kamen wie erwartet in einem großen Schwung alle FÖJis an. Unsere Aufgabe war es diese alle in Empfang zu nehmen und den ganzen Trubel irgendwie versuchen zu organisieren. Als alle so langsam ein bisschen angekommen sind, stand unser erster Programmpunkt auf dem Plan: Unsere erste Seminargruppenzeit auf dem Seminar. Wir haben mit Textilfarben Beutel und T-Shirts bemalt. Dabei konnten wir kreativ sein und nochmal mit vielen tollen Leuten aus der Seminargruppe ins Gespräch kommen. Anschießend waren wir das erste Mal auf dem Seminar im Meer baden, was wir danach allerdings jeden Tag wiederholt haben.
Am Dienstag war es ächzend warm auf Sylt. Obwohl der Wetterbericht nur 21°C angezeigt hat, hat es sich in der prallen Sonne wie 30°C angefühlt. Nicht der beste Tag, um den gesamten Tag draußen im Freien zu verbringen, denn vormittags stand für uns der erste Workshop an und nachmittags ging es für uns in eine Seminargruppenchallenge. Ich selber habe an dem Tag auch ein Workshop zusammen mit Miriam über Salzwiesen gegeben. Beim Workshop haben wir einen Teil als Pflanzenbingo geplant, wo die Teilnehmenden selber eine Zeit lang durch die Salzwiesen streifen durften, um die ganzen besonderen Pflanzenarten zu entdecken, die es dort gibt. Bei der Challenge ging es für uns nach Hörnum zum Hafen, wo wir als Seminargruppe erstmal alle ein Eis gegessen haben, um die Hitze auszuhalten.
Der nächste Tag war der Tag, auf den ich mich persönlich am meisten gefreut hatte: Es standen die Exkursionen an. Geplant waren sechs verschiedene, wo wir uns als Vorbereiter*innen vorher schon aufgeteilt hatten, wer wo mitgeht. Ich habe mich für die Exkursion ins Alfred-Wegener-Institut in List entschieden. Um dort hinzukommen, mussten wir mehr als eineinhalb Stunden Bus von Hörnum nach List fahren – also einmal über die gesamte Insel. Dort angekommen haben uns zwei FÖJtis von dort herzlich in Empfang genommen. Sebastian vom Wattenmeer hat uns dann einen kurzen, aber sehr interessanten Vortrag über die Arbeit vom AWI gegeben und uns anschließend durch die Räumlichkeiten des Institutes geführt. Es war alles sehr spannend, da er uns auch viel über die aktuellen Forschungsthemen erzählen konnte und uns sogar ein paar Experimente, die gerade aktuell laufen, zeigen konnte. Da wir relativ zeitig schon fertig waren mit der Führung, hatten wir noch die Möglichkeit in die nahegelegene Naturgewalten Ausstellung zu gehen und noch ein (überteuertes) Eis zu verspeisen, bevor es für uns zurück ins Zeltlager nach Hörnum ging.
Donnerstagmorgen waren wir alle schon erschöpft von der Woche. Trotzdem ging das Programm natürlich weiter und das so stramm wie an keinem anderen Tag davor: Morgens habe ich meinen zweiten Workshop gehalten. Diesmal zusammen mit Elise und Lars über den Nationalpark Wattenmeer. Ich glaube man hat uns allen drei angemerkt, dass wir total übermüdet waren und dementsprechend lief auch der Workshop. Direkt anschließend an den Workshop haben wir schnell unsere Lunchpakete verspeist und dann ging es für uns in der Seminargruppe direkt zu einer Wattwanderung. Diese wurde von einer ÖBFDlerin geleitet, die sehr motiviert war und uns allen viel über die Tiere und Pflanzen im Wattenmeer erzählen konnte. Nach der Wattwanderung hatten wir unsere letzte gemeinsame Seminargruppenzeit im gesamten FÖJ. Noch ein letztes Mal haben wir uns alle zusammengefunden und uns gegenseitig erzählt, was wir nach dem jetzigen Jahr planen und wo wir hingehen werden.
Alles in allem war das ein sehr gelungenes Abschlussseminar, wo wir uns alle nochmal in ruhe voneinander verabschieden konnten und gemeinsame Pläne für die Zukunft schmieden konnten. Viele Leute wird man ganz sicher wiedersehen, andere aber vielleicht auch nicht und so endete unser letztes Seminar in Vorfreude auf die kommende Zeit, aber auch in Trauer, dass die Zeit im FÖJ sich dem Ende nähert.






