"The grand finale" zur Weihnachtszeit

Tretet näher, verehrte Herrschaften, und lest hier, was uns noch alles in unserer letzten Arbeitswoche 2025 widerfahren ist ... Unerwartete Probleme und Pattsituationen garantiert!

 

Verehrte Leserschaft, 

 

Die Weihnachtszeit erreichte langsam ihren Höhepunkt und die vorfreudige Weihnachtsstimmung hatte sich schon in uns ausgebreitet. Meine Gedanken kreisten unaufhörlich um das lang ersehnte Wiedersehen mit der Familie und ich freute mich sehr darauf, wieder nach Hause zu kommen. Doch bevor ich mich ganz nach dem Motto “Driving home for Christmas” hingeben konnte, stand noch eine Arbeitswoche vor uns, über die Ihr nun erfahren sollt.  

 

Zunächst ereignete sich am Montag die letzte Moortour für dieses Jahr. Dabei gab es keine Probleme und somit nichts Interessantes, was das hochwohlgeborene Ohr des Lesers erquicken könnte.

 

Am Dienstag allerdings brachen Lorenz und ich zu einer Sondermission auf, während Kira allein in der Stiftung zurückblieb. Wir waren nämlich Teil des Organisationsteams für das kommende 3. Seminar und daher trafen wir uns am Dienstag am zukünftigen Ort des Geschehens in Schleswig, um dort gemeinsam Ideen zu sammeln, wie wir unser Seminar gestalten wollten. Bei Tee, Hafermilch und Keksen wurden wir fleißig wie die Weihnachtswichtel und ersannen einen Schlachtplan für die auserkorene Woche im Januar.   
Unser Seminar sollte unter dem Motto “Biodiversität und kulturelle Vielfalt” stehen. Ich meldete mich für das erste Thema und begann kurz darauf mit einer weiteren Freiwilligen mit der Planung für die 2 Seminarstunden, die wir gestalten sollten. Mehr wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten, damit die Spannung für den 3. Seminarblog nicht vorweggenommen wird! 

 

Am nächsten Tag brachen Lorenz und ich zu einer Bergkleepflanzung auf. Über 1000 Pflänzchen sollten im Johannistal ein neues Zuhause finden. In separierten Bereichen trugen wir mit anderen Stiftungsmitarbeitern und Mitarbeiterinnen die Keimlinge aus. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, denn die Sonne schien und der Himmel war kaum von Wolken bedeckt, sodass die atemberaubende Kulisse vor uns noch zusätzlich durch goldene Sonnenstrahlen untermalt wurde. Denn die Fläche, auf der wir pflanzten, war eine hochgelegene, sich dem Meer entgegenstreckende Hügellandschaft, sodass wir einen perfekten Ausblick auf die Ostsee hatten. Es war eine wirklich traumhafte Kulisse zum Arbeiten. 

 

Eine nicht ganz so glamouröse Landschaft bildete sich am Folgetag vor uns ab. Unsere Aufgabe bestand darin, kleine Erlen rund um einen Teich auf einer Weidefläche zu entfernen. Erstmal nichts Ungewöhnliches, doch die Bäumchen standen genau am Rande des Teiches und waren daher von rundum matschigem Boden umgeben, sodass man schnell ausrutschen konnte, wenn man nicht aufpasste. Und hatte man eine Pflanze dann endlich aus diesem Untergrund entfernen können, ohne sich den Matsch bei all dem Gezerre und Gebuddel überall hinzuschmieren, dann geschah das spätestens, wenn man den riesigen und unfassbar schweren Matschklumpen, der untrennbar mit der Wurzel zusammenhing, irgendwo hin befördern wollte, wo er nicht im Weg lag. 
Es war eine Herausforderung, die Pflanzen zu entfernen, doch eine weitere Herausforderung lag noch vor uns. Denn was wäre unser letzter Außendienst für 2025 ohne ein finales Abenteuer? 

Es begab sich, dass der letzte Quartalsbrunch genau an diesem Tag um 12 Uhr stattfinden sollte. Wir waren früh losgefahren und hatten uns beeilt, mit unserer Aufgabe fertig zu werden, in der Hoffnung, noch etwas von all den Leckereien abzubekommen, bevor die hungrige Meute alles aufgegessen hatte. Wir setzten uns also schnurstracks in Auto und wollten die Fläche wieder verlassen – doch alles, was folgte waren laute Reifengeräusche und das Aufheulen des Motors. Unser Auto bewegte sich nicht vom Fleck.

Kira und ich stiegen aus, um uns die Situation anzusehen und mussten feststellen, dass Torsten Täsch (das geneigte Publikum stellt sich bitte den Namen in einem schlechten amerikanischen Akzent vor) sich festgefahren hatte. Also probierten wir alles aus, um uns aus dieser Situation zu befreien: Rückwärtsgang, Stöcker unter die Reifen, Fußmatten unter die Reifen, Schieben, Drücken ... Alles war vergebens. 

Und so kam das erste Mal der Moment, dass wir in der Stiftung anrufen mussten mit der Mitteilung: “Wir haben uns festgefahren... Kann uns vielleicht jemand rausziehen...? Bitte...?”  
Und 45 Minuten später kam unser Retter Christian mit der heldenhaften Mausi angefahren und zog uns aus dem Loch, das die Reifen in den Boden gegraben hatten. Als wir danach von der Fläche flüchten wollten, gab es noch ein weiteres Mal einen kritischen Moment, wo wir fast wieder um Torsten Täsch bangen mussten, doch dieses Mal setzte er sich gegen den Schmodder durch und bahnte sich seinen Weg zum Ausgang.

 

In der Stiftung angekommen ereilte uns dann doch unerwartet die frohe Nachricht, dass noch ein paar Reste vom Festessen überlebt hatten und Kira, Christian und ich setzten uns direkt an den Buffettisch und trösteten uns mit einem Berg von Kräuterbutter und einem grandiosen Kuchen. 

 

Den letzten Arbeitstag hatten wir uns bewusst sehr entspannt gestaltet, denn wir wollten alle früh Schluss machen, um diverse Züge noch erreichen zu können. Wir waren damit beauftragt worden, die Autos zu reinigen und zu kontrollieren und damit verbrachten wir dann auch unseren gesamten Vormittag. Bevor wir uns voneinander verabschiedeten, tauschten wir noch unsere Weihnachtsgeschenke füreinander aus (vielen Dank nochmal! ^^) und kehrten nach und nach alle in unsere Heimat zurück, mit lauter Abenteuergeschichten im Gepäck und bereit, die Festtage zu genießen. 

 

Und somit fand das Jahr 2025 auch für uns einen würdigen Abschluss. Ich wünsche unserem hochgeschätzten Publikum auch im Nachhinein und wunderschönes neues Jahr, viel Gesundheit und bedanke mich für Ihre Treue! 

 

Auf bald! 

 

              - Anna 

 

 

Das Haiku der Woche 

Gespenstisch bleibt es, 

Das Moor in der Weihnachtszeit, 

Friedlich verlassen.