Eselglück und NORLA-Dienst

Einmal Arche Warder: Tiere streicheln, Kinderschar bändigen, von Ferkeln verzaubert.

Dann: Onboarding-Geheimnisse, tränende Augen, Norla-Messe mit Bienenpuppen und Tattoos.

Und im Finale: eine ruhige Jagd im „Dschungel“.

 

Verehrte Leserschaft,

 

eine weitere Woche ist vorüber! Die Zeit fliegt …

Ich hoffe, geneigte Leser, dass Ihr Interesse hingegen ungebrochen ist, zu erfahren, was wir in der ersten Septemberwoche erlebt haben. Höret her!


Die Woche begann nämlich höchst außergewöhnlich: ich sollte nicht die Stiftung tatkräftig unterstützen, sondern besuchte zum ersten Mal eine andere FÖJ-Einsatzstelle, den Tierpark Arche Warder in der Nähe von Kiel. Da mein kühner Mitstreiter Lorenz gänzlich mit seinem Umzug ausgelastet war, konnte er mir an dem Tag leider nicht zu Hilfe eilen und die lebendige Kinderschar mit mir im Zaum halten. Dafür hatte ich aber die helfende Hand von Jessi, der FÖJlern der Naturkita, die mir treu zur Seite stand!

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist die Arche Warder kein herkömmlicher Tierpark, sondern hat es sich zur Aufgabe gemacht, seltene Haustierrassen zu halten und damit deren bedrohten Bestand zu schützen. Während des Ferienprogramms haben die Kinder die Möglichkeit, die Tiere aus nächster Nähe zu sehen, zu füttern und sogar zu streicheln.
Da an dem vergangenen Datum noch Sommerferien in Schleswig-Holstein waren, hatten die FÖJler bei der Arche Warder die Aufgabe, das Ferienprogramm dort zu begleiten. Jessi und ich erreichten die Arche, als Sonnenstrahlen die Gebäude in goldenes Licht tauchten und die Tiere den neuen Tag begrüßten … 

 

Nach unserer Ankunft wurden wir freundlich in Empfang genommen und halfen sofort dabei, eine Schubkarre für den Mist und kleine Boxen mit Rechen zu der Koppel der Esel zu transportieren. 
Auch wenn sich das Vorurteil hartnäckig gehalten hat, dass Esel sture und dumme Tiere seien, ist genau das Gegenteil der Fall! Esel sind sehr kluge und vorsichtige Tiere, die deshalb „stur“ und zögerlich erscheinen können, weil sie sich eben nicht blind in jede Gefahr begeben – aber ich möchte euch nicht belehren, verehrtes Publikum, sicherlich wisst ihr das bereits! 
Die Esel bei der Arche Warder sind aber nicht nur klug, sondern auch exzeptionell süße Tiere mit braunem, wuscheligem Fell und riesigen Ohren! Besonders die 4 Monate alte Penelope war auffallend niedlich wie wir feststellen mussten, denn die Proportionen waren noch ganz anders als bei den erwachsenen Tieren. Sie hatte schon sehr große Ohren und einen ähnlich großen Kopf, aber ihr Torso war im Verhältnis zu den langen Beinen und den anderen Extremitäten noch sehr schmal. 

Penelope sollte allerdings nicht das einzige Tier sein, dass die Kinder und uns an dem Tag beglücken sollte. Den ganzen Tag lustwandelten wir mit den jungen Damen und Herren über das Gelände. Wir erblickten sehr viele Schweine aller möglicher Arten - gefleckt, rosa, braun, schwarz, mit eher glattem oder eher geborstenem Fell, mit und ohne Hängebauch und das Highlight waren natürlich die vielen kleinen Ferkel! Als die Kleinen miteinander spielten, gegenseitig nach ihren Hängeohren schnappten oder friedlich und winzig halb vergraben im Stroh lagen, eroberten sie unsere Herzen im Sturm. Besonders entzückt war ich allerdings von einem kleinen Ferkel, das zu mir gelaufen kam und mit seiner rosa Schnauze meinen Finger berührt hat, bevor es dann ganz vorsichtig den Finger in den Mund genommen hat! Ich hätte es fast mitgenommen.

Die Arche bietet auch ein Zuhause für verschiedene Entenarten, Pferde, Ponies, ein Maultier, Schafe, Ziegen und ein paar Frettchen. Jene versetzten die Kinder in Verzückung, als sie die quierligen Tierchen streicheln durften, während die Frettchen eine vorbereitete Paste aus der Tube genießen durften.

Den ganzen Tag hüteten wir die Kinder und gingen mit ihnen Tiere füttern oder ließen sie auf dem Spielplatz spielen. Es war ein wirklich erquickender Ausflug und sehr lehrreich, die Arbeit von anderen FÖJtis zu begleiten!

 

Am Dienstag war ein ruhigerer Tag, an dem wir mit dem Onboarding starteten. Hinter diesem Wort verbirgt sich die alljährlich stattfindende Konferenzserie, bei der alle Neueinsteiger und Neueinsteigerinnen in die Abteilungen der Stiftung eingeführt werden und diese sich einmal vorstellen. Somit werden uns nach und nach alle Geheimnisse der Stiftung offenbart und wir zu wahren Geheimnisträgern. 
Da Lorenz erst am Wochenende alle Möbel in seine neue Wohnung transportiert hatte, beendeten wir den Tag früh, damit er sich weiterhin der Einrichtung seiner edlen Wohnung widmen konnte. 

Die Norla forderte hingegen am Mittwoch unsere volle Aufmerksamkeit. Für alle edelmütigen Leser, die nicht in Schleswig-Holstein heimisch sind oder so wie wir vorher noch nie von der Norla gehört haben folgt hier eine kurze Erklärung. Es handelt sich um eine große Messe, die in Rendsburg stattfindet und insbesondere das Augenmerk auf die Landwirtschaft richtet, den Besucher aber auch mit Ständen zu Themen wie Ernährung, erneuerbare Energien und Garten beglückt. 
Als eine Stiftung die auch Flächen an Landwirte verpachtet und große Gebiete in Schleswig-Holstein verwaltet und im Namen des Naturschutzes wiederaufbereitet, waren wir dort auch vertreten. Dafür war es aber natürlich vonnöten, den Stand erstmal aufzubauen! Wagemutig und einsatzbereit schritten wir ans Werk. 
Insgesamt standen uns zwei Pagoden zur Verfügung, die wir füllen durften. Auf der einen Seite präsentierten wir die Stiftung an sich und auf der anderen Seite das Projekt „Klimafarm“. Am Ende des Tages war der Stand sehr schön aufgebaut und neben den Infomaterialien hatten wir auch für die kleinen Besucher ein Memory-Spiel, eine Fühlstation und ein Pollenbad mit zwei Bienen, die als Handpuppen fungierten, errichtet. 
Lorenz war am Freitag auf dem Infostand vertreten und erstattete mir folgenden Bericht: er durfte einigen interessanten Fachgesprächen lauschen, die am Infostand stattgefunden haben und unterhielt sich mit mehreren Landwirten und Jägern, die auf der Norla zugegen waren. 
Meine Schicht war erst am Sonntag und ich hatte das Glück, das an jenem Tag der Familienausflugtag war. Dies bedeutete, dass viele Kinder unseren Stand besuchten, denen ich die Spiele erklären durfte. Als wohlverdiente Belohnung erhielten sie dann ein Tattoo mit dem Stiftungslogo! 

Doch nun zurück zum Donnerstag – den ich leider erneut ohne Lorenz tatkräftige Unterstützung bestreiten musste, da dieser sich einen Splitter in der rechten Hornhaut zugezogen hatte und ein stark tränendes Auge hatte. Für den Tag stand ein weiteres Onboarding an und ich habe Schilder bei einer Firma abgeholt, die die Stiftung hat drucken lassen. Es war also ein ruhiger Tag.

Auch der Freitag war einer der entspannteren Arbeitstage, denn ich hatte die Aufgabe bekommen, Fanggläschen für Insekten aus dem Botanischen Garten in Kiel abzuholen. Die Azubi Kiara begleitete mich auf meine abenteuerliche Reise zum und durch den Dschungel (an dieser Stelle sei angemerkt, dass der Botanische Garten nur aus dramaturgischen Gründen so bezeichnet wird, tatsächlich aber sehr schön und wunderbar gepflegt ist). Wir besorgten das angeforderte Material, besuchten noch kurz den Baumarkt und kehrten dann zur Stiftung zurück. 
Außerdem machte ich mich in den verwinkelten Ecken der Stiftung auf die Suche nach Flickmaterial für ein Schlauchboot, das ein Loch hat und repariert werden soll. 

 

Und damit endet der Bericht der letzten Woche. Mit den ergebensten Wünschen verabschiede ich mich von Ihnen und hoffe, dass Ihnen eine angenehme Woche bevorsteht!

 

Auf bald!

                       - Anna

 

 

Das Haiku der Woche 

 

Das Blütenmeer weht

Wenn im Botanischen Garten

Zeit langsam vergeht.