Ein Einhorn in der Waschanlage und andere Winterabenteuer

Zeitsprung zurück zur Vorweihnachtszeit: In dieser entspannten Woche konnten die FÖJtis ihr vielseitiges Können als Weihnachtswichtel, Auto-Detektive und Moorexperten beweisen.

Verehrte Leserschaft,

 

Prosit Neujahr und viele Glückwünsche zum Jahreswechsel! Wir sind zurück aus dem Weihnachtsurlaub und mit dem frohen neuen Jahr gibt es natürlich auch einen frohen neuen Blog für euch. Ich hoffe, ihr konntet einige schöne Feiertage genießen und die Weihnachtszeit war für euch ähnlich entspannt wie die Arbeitswoche dieses Eintrags für uns.

 

Den Montag dieser Woche verbrachten wir im Büro mit der Erledigung kleiner Aufgaben. Nach den üblichen Meetingrunden, die diesmal bereits den halben Tag einnahmen, schickten wir noch Sternenschweif (den silbernen Škoda Yeti, benannt nach dem kleinen grauen Pony aus Linda Chapmans Kinderbüchern) in die Waschanlage. Nach unserer Abenteuerfahrt am vorigen Freitag (von der euch Anna bald berichten wird) hatte er das auch mehr als nötig, um seinen eigentlichen, einhorngleichen Glanz zurückzuerhalten.

 

Meine Berufung für den Dienstag trennte mich von Anna und Lorenz. Während sie einen weiteren Bürotag einlegten, begleitete ich Kerstin auf eine weite Reise ins Stiftungsland am Gotteskoogsee in Nordfriesland, um Staue zu kontrollieren. (Manche Lesenden können sich an dieser Stelle vielleicht an den Blogeintrag „Nasskalte Gartenfreuden“ von vor einiger Zeit zurückerinnern- dort haben wir ähnliches gemacht! Dennoch an dieser Stelle eine Erläuterung: Die Weidelandschaft dort wird mit Gräben bewässert, und damit sich weder zu viel Wasser staut noch zu viel abläuft, wurden am Ende der Gräben verstellbare Knierohre installiert. Kerstin und ich überprüften nun, wie hoch diese Staue eingestellt waren, und bewegten sie gegebenenfalls in die richtige Einstellung.) Durch die Bewässerung und Beweidung waren die Flächen natürlich auch matschig, und Kerstin hatte aus Erfahrungswerten bereits damit gerechnet, einige Rohre kaum erreichen zu können – doch wahre Abenteurer lassen sich auch durch von Rindern ausgetretene Schlammfelder nicht aufhalten, selbst wenn es sie ihre trockenen Socken kostet.

 

Am Tag darauf verblieben nur noch Anna und ich in der Stiftung, da Lorenz bereits am Abend zuvor aufgebrochen war, um einer Tagung des FÖJ-Trägers beizuwohnen. Damit uns trotz dieses tragischen Verlustes nicht langweilig wurde, planten wir zunächst eine Moortour. Durch unvorhergesehene Umstände (unser Auto wurde entführt) mussten wir jedoch zunächst, statt im Moor Pegel zu suchen, im Stiftungs-Intranet mit einem Wanted-Poster ein Auto suchen. Bis wir fündig wurden, war es jedoch leider bereits zu spät, denn am Nachmittag stand für Anna und mich noch ein Termin an: eine Videokonferenz zum Planen der Waldweihnacht. Nun mögen vielleicht besonders die Lesenden aus Nicht-Schleswig-Holstein sich fragen: was ist eine Waldweihnacht? Nun, die Details werdet ihr erst in einem zukünftigen Blogeintrag erfahren, aber so viel kann ich schon verraten: es ist ein Familien-Weihnachtsmarkt im ErlebnisWald Trappenkamp, bei dem jedes Jahr auch einige FÖJtis einen eigenen Stand betreuen. Dieses Jahr wurden Anna und ich mit dieser Aufgabe betraut, und es war wirklich ein wunderschönes (wenn auch teils chaotisches) Wochenende. 

 

Donnerstag senkte sich Weihnachtsstimmung auf die Stiftung herab, und die Azubis, Anna und ich wurden zu kleinen Weihnachtselfen. Fleißig verteilten wir Kastanien-Rentiere und Tannengrün, malten kleine Kunstwerke an die Fenster und bastelten liebevolle Ornamente. Begleitet von den besten Weihnachtsliedern und dem Duft frischer selbstgebackener Vanillekipferl verwandelten wir innerhalb eines Tages die Besprechungsräume in gemütliche Weihnachtszimmer.

Anschließend an die Bastelaktion konnten wir den Tag noch sehr schön ausklingen lassen, denn unsere Abteilung traf sich abends noch auf dem Kieler Weihnachtsmarkt. Als Nicht-Kielerin erwartete mich dort die Überraschung, dass „der Weihnachtsmarkt“ eigentlich „die Weihnachtsmärkte“ sind und es gleich fünf von ihnen nebeneinander gibt. Welche Stadt hat sowas schon? Jedenfalls verbrachten wir dort mit Punsch, Reibekuchen und Langosch einige gesellige Stunden, bevor die doch sehr eisige Luft uns nach Hause trieb.

 

Zum Abschluss der Woche gab es noch eine Routine-Moortour für uns zu erledigen. Mit Moorbeutel und Spekulatius im Gepäck zogen wir, wieder als Trio vereint, aus ins Kaltenhofer Moor, liefen die Pegel ab und notierten die Wasserstandsdaten in unserem treuen Moorbuch. Mit etwas weniger Spekulatius ging es dann noch weiter zum Hasenmoor und nach einigen kurzen Kämpfen mit Brombeerranken und rutschiger Erde waren wir erfolgreich fertig und bereit für den Feierabend. 

 

Und das soll es für dieses Schreiben auch schon wieder gewesen sein, gute Leserschaft. Schon bald werden auch Anna und Lorenz zurückkehren und weitere Abenteuer der vergangenen Zeit verschriftlichen. Habt weiterhin eine schöne Winterzeit, genießt den Schnee (soweit ihr das trotz Sturm könnt und welchen habt), und bis bald!

 

-Kira

 

Haiku der Woche:

 

Schlammiges Feld friert

Vorweihnachtsglück in der Luft

Still kehrt Winter ein