Eine legendäres Kapitel geht zu Ende

Natur, Politik, und persönliche Entwicklung... Was ein Jahr. Kira Anna und Ida sagen auf wiedersehen.

Blog Eintrag 01.08.2025 – 31.07.2026

 

Wie Beendet man so ein Jahr?

Wie beendet man ein Jahr das einen als Mensch so viel weiter gebracht hat,

ein Jahr das einen so sehr verändert hat?

 

Ich sitze hier mit Kira im Büro an unserem letzten Tag im Föj.

Heute Morgen habe ich meinen Antrag auf Einschreibung für mein Studium abgeschickt und somit einen Grundstein für ein neues Kapitel gelegt.

Nicht nur für uns sondern für den gesamten Jahrgang des FÖJ bundesweit, geht jetzt ein Legendäres Kapitel zu ende. Und wir alle müssen uns fragen wie es nun weiter gehen soll.

 

Vor Genau einem Jahr saß ich im Zug nach Kiel um mein neues leben hier zu beginnen. Nun bin ich nur ein Jahr hier geblieben weil sich meine Pläne geändert haben.

Wenn ich jetzt so drüber nachdenke war ich „nur“ ein naiver Träumer der nur von zuhause weg wollte. Mit keine ziel wohin und keinem plan bin ich so weit weg wie ich konnte…

heute bin ich immer noch ein Träumer, vielleicht sogar noch mehr als früher. Naiv bin ich ebenfalls.

 

Ich glaube das Die Menschheit zu Frieden fähig ist, und das in ferner zeit eine Zukunft möglich ist, in der jede Lebensform ein recht auf den Raum hat, den sie zum glücklich leben braucht. Eine Zukunft in der niemand hunger hat, sich sorgen um ein Dach über dem Kopf manchen muss, vor Diskriminierung angst haben muss oder sich sorgen um Geld verdienen macht.

Das ist meine Vision und dafür werd ich kämpfen, solange ich lebe.

 

Das ist mein Ziel, ich habe eine grobe Vorstellung was ich mit meine Leben machen möchte. Im sinne von, wie will ich die wertvolle zeit verbringen die ich auf diesem Planeten habe.

Was ich beruflich machen will weis ich immer noch nicht ganz. Aber das ist okay, ich habe eine grobe Richtung an der ich mich orientiere und mehr muss ich jetzt auch gar nicht wissen.

 

Ich persönlich weis noch nicht wie ich mit diesem Jahr abschließen soll, und ich glaube das ist okay so.

ich werde vermutlich noch in vielen Jahren auf das Föj zurück blicken und dankbar für alles sein, was ich in diesem Jahr mitgenommen habe.

 

Ich möchte mich an diesem Punkt bei der geneigten Leserschaft entschuldigen, dass unsere Einträge in der letzten zeit so unregelmäßig oder gar nicht erschienen sind.

Anna, Kira und Ich hatten viel um die Ohren und hätten mehr als jemals zu vor ehr 48 Stunden pro Tag gebrauchen können um mit allem so fertig zu werden.

Und wir schaffen es leider nicht alle fehlenden Blog Einträge komplett nachzureichen.

Das tut uns allen aufrichtig leid, und wir werden dem neuen Jahrgang mitgeben einen konstant regelmäßigen Blog Eintrag plan zu verfolgen damit so etwas nicht mehr passiert.

 

Die Arbeit hier in der Stiftung war unbeschreiblich. Ich kann nicht behauten, dass jeder Tag spaßig und toll war. Es gab viele tage an denen ich unheimliche Schwierigkeiten hatte aus dem Bett zu kommen und an denen ich am liebsten die decke über den Kopf gezogen hätte. Es gab tage, an denen ich so erschöpft war, dass ich körperliche Arbeit verflucht habe und am liebsten alle Kartoffelrosen dieser Welt auf einem Scheiterhaufen verbrannt hätte.

Es gab tage, an denen habe ich Eimer voll geweint weil ich dachte es sei hoffnungslos gegen den Faschismus und die Korruption auch nur irgendwas tun zu können, Tag an denen ich dachte das alles reden und Engagement nichts hilft und ich mich machtlos und klein gefühlt habe.

Aber es gab auch gegenteilige Tage. Tage an denen ich Klitschnass bis auf die Knochen zuhause ankam und vor lachen kaum noch Luft bekam,

Tage an denen es mir gut ging und ich den ganzen Tag Erlen rupfen konnte, ohne mit dem Witze machen aufzuhören.

Tage an denen ich im Hochsommer im dunkeln von einem Einsatz kam und einen tiefen Seelenfrieden durch die stillen stunden der Nacht verspürte.

Tage an denen ich mich in meine Star Trek Utopien flüchtete um vor der Welt zu fliehen und meine Batterien wieder auf zu laden.

Tage an denen ich im Bundestag Anstöße für neue gesetzte gegeben habe, die tatsächlich dinge verändern werden.

Tage an denen ich auf Großen Demos reden für eine freie Welt gehalten habe und mir tausende Menschen jubelt zu gestimmt haben.

 

Geneigte Leserschaft, es tut mir aufrichtig leid, aber ich habe leider nicht im geringsten die Fähigkeit mit Worten auszudrücken was dieses Jahr hier mit mir gemacht hat und wie toll und großartig viele der Erfahrungen hier für mich waren. Egal ob in der Stiftung, im Ehrenamt in Berlin oder in meinem turbulenten privat Leben.

Es ist so viel Passiert, dass ich noch lange brauchen werde um dieses Jahr vollends zu verarbeiten.

 

An der stelle möchte ich auch eine etwas privatere Sache teilen die vor allem mich im vergangenen halben Jahr sehr beschäftigt und ausgelaugt hat.

Ich habe Für mich erkannt, dass ich mit dem Label „Mann“ ganz und gar nicht zufrieden bin und dass ich von nun an als Frau weiter leben möchte. Dementsprechend benutze ich in Privaten Kreisen seid ein paar Monaten den Namen Ida und sie/ihr Pronomen.

Diese Erkenntnis, die Entscheidung auch wirklich danach leben zu wollen und das am ende auch um zu setzten hat in den letzten Monaten Jede Sekunde meines Denkens beherrscht und das war und ist immer noch hart. Auch weil wir leider immer noch in einer Welt leben, die alles andere als Trans freundlich oder Queer freundlich ist.

Und da dies ein wesentlicher teil von dem ist, wer ich bin, wollte ich das noch mit euch teilen bevor ich nächste Woche Schleswig Holstein wieder verlasse.

 

In diesem Sinne, danke an alle hier aus der Stiftung für dieses Jahr, für die Erfahrungen, die zeit, und den Raum mich selber besser kennen zu lernen.

Diese Erfahrung war mit einer der besten in meinem leben!!

Ihr seid alle super toll, mach es gut, passt gut auf den neuen Jahrgang auf und auf WIEDERsehen, denn ich werde zurück kommen und die Stiftung besuchen… Versprochen!

Kiras Abschiedsworte

Und schon ist es auch Zeit für mich, meinen Teil des Abschlussblogs zu schreiben. Ich schreibe diese Zeilen aus dem Urlaub bzw. auf einem Pfadfinderlager - mein FÖJ ist jetzt bereits seit über einer Woche vorbei, und irgendwie habe ich es trotzdem noch nicht realisiert.

 

Nun, da ich diesen Blog etwa 400km südlich von unserem Büro schreibe, weiß ich nicht, was Anna und Ida so geschrieben haben, und ob sich hier vielleicht alles wiederholt. Ich erzähle aber einfach mal aus meiner Perspektive, was mir noch auf dem Herzen liegt!

 

Ich habe in den zehn Monaten, die ich bei der Stiftung verbringen durfte, mehr gelernt, als ich mir hätte erträumen können. Sowohl persönlich über mich selbst, über meine Zukunftswünsche und meine Stärken und Schwächen, als auch fachlich über unsere Ökosysteme, unsere heimische und viel zu oft auch nicht-heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Deswegen will ich diesen Blog unbedingt noch nutzen, um mich bei all den lieben Stiftungsmenschen zu bedanken, die dieses Jahr zu dem gemacht haben, was es war.

Paulina und Jannis, die uns so lieb betreut haben und bei allen Fragen oder Anliegen für uns da waren.

Das ganze Servicemanagement-Team, mit dem wir die coolsten Außeneinsätze hatten, ob mit Freischneidern oder Brechstangen.

Das Moorteam und all die anderen Projektentwickler*innen und Flächenmanager*innen, die uns mit zu den wildesten und schönsten Ecken Schleswig-Holsteins mitgenommen haben.

Die Stiftungswacht und MK-Menschen, die ich bei Infoständen und Führungen begleiten und dadurch noch viel mehr lernen durfte.

Und natürlich alle Menschen, die im Büro für den Naturschutz arbeiten und uns von dort unterstützt haben, egal ob beim Stellen von Anträgen, Suchen von Material oder beim Wiederherstellen von GIS-Daten von mehrfach eingemessenen Flächen…

 

In gewisser Weise gehören zu den Stiftungsmenschen natürlich auch Anna und Ida. Die beiden sind im FÖJ für mich zu so so viel mehr als nur Kolleginnen geworden. Werte Leserschaft, ihr habt von vielen unserer Abenteuer gelesen - seid gewiss, ohne die beiden hätte ich persönlich kaum eins davon überstanden, oder zumindest hätte ich nur halb so viel lachen können.

 

Aber auch außerhalb der Stiftung habe ich so viele wunderbare Menschen treffen dürfen. Ihr konntet aus unseren Seminarblogs vermutlich gut herauslesen, wie viel Freude wir in diesen Wochen hatten, und für mich lag das hauptsächlich an der Gelben Gruppe. Von der ersten Handysortierparty bis zur letzten Gruppenumarmung am Bahnhof war die Gelbe Gruppe ein Safe & Happy Place für mich.

 

Aber noch einmal zurück zur Stiftung. Ich kann die Highlights gar nicht alle aufzählen, weil es schlichtweg viel zu viele waren…

 

Einer der schönsten Teile der Arbeit war für mich allerdings, das Stiftungsland in den verschiedenen Jahreszeiten zu sehen. Besonders unsere Moortouren waren dafür toll - das Hasenmoor im Herbst mit bunten Blättern ohne Ende, das Große Moor im Winter als eine gigantische Eisfläche, das Hasenmoor im Frühling mit Rehen, Rothirschen und zu meiner Freude allerlei Singvögeln und das Dosenmoor im Sommer mit Sonnentau und sich sonnenden Zauneidechsen.

 

Aber genauso toll wie die “Spaziergänge” war auch die teils harte physische Arbeit - dabei denke ich an nicht endende Gelegeschutz- und Amphibienzäune, an den Bau von Staudämmen, Schildern, an Pflanzaktionen mit allem von Orchideen bis Torfmoosen und natürlich an zahllose Entkusselungsaktionen.

 

Das bringt mich auch zum nächsten Punkt, meiner Zukunft, denn bei all diesen Außeneinsätzen habe ich gemerkt, wie erfüllend die physische Arbeit in der Natur für mich ist und mit dem potentiell naiven Wunsch, später ab und zu auch draußen zu arbeiten - ob als Ranger, im Flächenmanagement oder oder oder, werde ich ab Oktober Landschaftsökologie in Münster studieren.

 

Nun, liebe Leserschaft - das soll auch genug von meiner Seite gewesen sein. Vielen Dank für eure stete Aufmerksamkeit, es war mir ein innerer Sonnenaufgang und zum allerletzten Mal kann ich nur noch sagen: genießt die Natur um euch herum und gehabt euch wohl! -Kira