Geneigte Leserschaft,
nach langem, erbittertem Warten ist es wieder an mir, euch, geneigte Leserschaft, mit unseren kunstvollen Schriftstücken zu versorgen. In der Woche, von welcher ich nun berichten mag, ist inhaltlich allerdings wenig passiert.
So waren wir Montag bis Donnerstag in verschiedenen Mooren im Stiftungsland unterwegs und haben Pegel gemessen. Dank des Feiertags am Freitag konnten wir ein langes Wochenende genießen.
Nun denn, am Montag bin ich zusammen mit Kira im Hasenmoor und im Kaltenhofer Moor gewesen.
Da die Anfahrt zum Hasenmoor ein gutes Weilchen über eine unbefestigte Piste führt, konnte Kira hier erste Offroad-Erfahrungen mit Ernie (dem roten Jeep) sammeln. Die drei Pegel hatten wir eilig abgehakt und sind nach einem kurzen Mittagsschmaus weiter ins Kaltenhofer Moor gezischt.
Dort gab es ein spannendes Erlebnis: Nachdem wir die ersten drei Pegel erledigt hatten, begegneten wir einem schönen Hirsch. Ich versuchte, mich etwas mit ihm zu unterhalten, allerdings hielt er mich wohl nicht für würdig genug, um seine Zeit mit einer Antwort an mich zu verschwenden.
Kurz danach hörten wir Geräusche. Sie wurden immer lauter. Es klang, als würden hunderte Menschen in die Papprolle einer leeren Zewa-Rolle rülpsen und davor ein Megafon halten.
Wir hatten erst eine große Rotte Wildschweine im Verdacht, da auch in etwas Entfernung viel Unruhe aus dem Dickicht zu hören war. Unsere letzten Pegel lagen genau in der Richtung, aus der die Geräusche kamen.
Nach einer kleinen Überlegung kamen wir zu dem Schluss, die restlichen Pegel warten zu lassen und die Wildschweine ihre Party zu Ende feiern zu lassen.
Später erfuhren wir dann, dass diese seltsamen Geräusche von Damwild in der Brunft stammten.
Am Dienstag erledigten wir die letzten Pegel im Kaltenhofer Moor, nachdem wir im Wilden Moor alle möglichen Schilder geputzt hatten, da dort eine Presseaktion stattfinden sollte.
Ansonsten war dieser Tag recht ereignislos.
Mittwoch war ein langer Tag, diesmal mit Anna – und somit als vereintes Trio – sind wir das Dosenmoor und das Große Moor bei Dätgen angegangen. Wir haben ein wildes weißes Einhorn und eine Jesus-Imitation erlebt und beinahe unser Seepferdchen nachgeholt.
Alles in allem hatten wir aber eine gute Zeit, mussten jedoch zeitbedingt das Große Moor teilen, um es am Donnerstag fertig machen zu können.
Am besagten Donnerstag fanden wir statt nur Pegeln auch lustige Schilder, die vor Hengsten warnten. Außerdem entdeckten Anna und ich unsere Liebe für Pokémon-Spiele wieder und beschlossen, diese wieder aufleben zu lassen, indem wir planten, unsere Nintendo-3DS-Geräte aus ihren staubigen Kisten zu holen. Kira ist das Genre der Pokémon-Spiele zwar noch unbekannt, jedoch besitzt sie ebenfalls einen 3DS, und so schmiedeten wir Pläne für eine LAN-Party, in welcher wir gemeinsam alte Pokémon-Spiele wieder- bzw. neu entdecken und endlich mit Freunden Pokémon tauschen würden.
Nun ja, geneigte Leserschaft: Wenn man so viel durch ein Moor stapft, muss man sich eben über das eine oder andere unterhalten.
Da mir aber nicht alle Gespräche dieser moorlastigen Woche im Kopf geblieben sind, hört hier mein Bericht traurigerweise auch schon wieder auf. Die Lücken in meinem Gedächtnis sind allerdings nicht den ungeistreichen Gesprächsinhalten geschuldet; vielmehr sind sie auf mein Gehirn zurückzuführen, welches wohl eher einem Sieb als einer Gedankenspeicherungseinheit ähnelt.
Haiku der Woche:
Trio im Moorland,
Pokémonträume im Schlamm
Kindheit atmet auf.









