Frösche, Kröten und Unken leben seit Jahrmillionen auf der Erde. An die vielen langsamen Veränderungen in der Landschaft passten sie sich problemlos an. In den vergangenen 100 Jahren hat sich unsere Kulturlandschaft allerdings so stark verändert, dass die Auswirkungen auf die Lebensräume von Amphibien, Insekten und Reptilien groß sind. Für die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft wurden viele Flächen  entwässert und urbar gemacht. Die ursprünglichen Lebensräume, wie lichte Wälder mit großen natürlichen Gewässern, Heiden, Dünen, Magerrasen, Feuchtwiesen und Moore verschwanden zugunsten landwirtschaftlicher Nutzflächen. Und  somit auch unzählige Tier- und Pflanzenarten, die auf die Naturflächen angewiesen waren.

In den heutzutage intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen können Amphibien kaum noch (über-)leben, denn der Einsatz großer Maschinen und insbesondere von Kunstdünger und Chemikalien rauben ihnen, die Nahrungs- und Lebensgrundlage.

Mit LIFE zurück ins Leben

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein setzt sich seit 2016 verstärkt in acht Natura 2000 Gebieten mit Hilfe europäischer Naturschutzgelder aus dem Projekt SemiAquaticLife ( LIFE14 NAT/SE/000201) dafür ein, den Artenrückgang zu stoppen und einen Aufwärtstrend zu initiieren. Bis 2020 kümmert sich das Team um Vielfaltschützer Hauke Drews gemeinsam mit Partnern aus Schweden und Dänemark darum, Lebensräume für „Frosch und Freunde“ zu schaffen und einzelne Arten in den Gebieten wiederanzusiedeln. Zielarten des fünfjährigen Projektes sind Rotbauchunke, Wechselkröte, Kreuzkröte, sowie die sonnenliebende Zauneidechse, die Große Moosjungfer, eine Libellenart, und der bislang in Schleswig-Holstein sehr seltene Schmalbindige Breitflügel-Tauchkäfer.

Was wir tun

Unsere Vielfaltschützer legen - unterstützt durch die Europäische Union-sogenannte „Froschlandschaften“ an. Das sind Gewässerlandschaften mit insekten- und blütenreichen Weideflächen, angereichert mit Gehölzinseln oder Knicks. Durch die Aufzucht von Amphibieneiern in Aufzuchtstationen und die anschließende Auswilderung der Jungtiere unterstützt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gefährdete Arten und hilft ihnen, neue Gebiete zu besiedeln.

Allen Arten ist gemein, dass sie nicht nur auf einen Lebensraum und einen Platz in der Natur angewiesen sind, sondern je nach Lebensphase, halten sie sich an unterschiedlichen Plätzen auf.

Amphibien brauchen im Jahresgang unterschiedliche Lebensräume:

  • Im Frühling sollten sie ohne große Verluste zu ihren Laichgewässern wandern können.
  • Das Laichgewässer muss besondere Eigenschaften haben, damit tatsächlich Jungtiere dort aufwachsen können. 
  • Die Sommerlebensräume unterscheiden sich stark von Art zu Art: Rotbauchunken bleiben im Sommer im Gewässer. Laubfrösche steigen in die Bäume. Kreuzkröten suchen trocken-warme offene Sandflächen und Strände. Moorfrösche leben auf feuchten Wiesen.
  • Im Herbst wandern Frösche, Kröten und Unken zu ihren arteigenen Überwinterungsplätzen: Unter Laub in Wäldern und Knicks oder eingegraben im losen Sand oder in Steinhaufen, wo sie gut geschützt und frostfrei überwintern können.


Näheres zu den Aktivitäten von SemiAquaticLIFE finden Sie hier.
Die wichtigsten Informationen zum Projekt haben wir in einem Flyer für Sie zusammengestellt.

Ansprechpartner

Hauke Drews
Tel.: 0431 210 90 402
E-Mail: hauke.drews@stiftungsland.de

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