Transparent, lückenlos und ehrlich – das sind nur drei Schlagworte, die die Arbeit des „JKK-Kompetenzzentrum“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein auszeichnen. Das gilt vor allem für die Forschungsprojekte „JKK und Tiergesundheit“ und „Blüten für Bienen“, das die heimischen Sommerhonige in Schleswig-Holstein auf JKK-Giftstoffe prüft. „Wir legen großen Wert auf wissenschaftlich fundierte Forschungsprojekte und arbeiten deshalb ausschließlich mit anerkannten Institutionen zusammen“, betont der Leiter des JKK-Kompetenzzentrums Dr. Aiko Huckauf.

Untersuchung nur durch akkreditierte Labore

Die Labore „Intertek Food Services“ in Bremen und „QSI“ in Bremen, die die Sommerhonig-Untersuchungen in den vergangenen zwei Jahren im Auftrag der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein durchgeführt haben, sind beides renommierte, international anerkannte und akkredierte Labore, mit langjährigen Erfahrungen im Bereich der Analytik von JKK-Giftstoffen, der sogenannten Pyrrolizidin-Alkoloide (PAs). Hierbei handelt es sich um eine Stoffgruppe, die weltweit von vielen Pflanzen – unter anderem von der in Deutschland heimischen Wildpflanze Jakobs-Kreuzkraut (JKK) – als Abwehrstoffe gegen Fraßfeinde gebildet werden.

Bundesamt für Risikobewertung (BfR) gibt Untersuchungs-Standards vor

Der Nachweis von PAs ist keineswegs einfach, weil in den meisten untersuchten Honigen nur Spuren dieser Stoffe vorkommen. Nachweise von Minimal-Konzentrationen sind in der Umweltanalytik für jedes Labor eine Herausforderung und benötigen viel Erfahrung im Umgang mit Geräten und Verfahren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) arbeitet daher ständig an der Verbesserung dieses Standards. „Intertek und QSI arbeiten nach diesem, vom BfR vorgegebenen Verfahren (das sogenannte LC/MS/MS)“, erklärt Huckauf und ergänzt, „es war uns wichtig, dass beide Unternehmen auch durch die nationale Akkreditierungsstelle der Bundesrepublik Deutschland (DAkkS) zugelassen sind.“ Diese Zulassung haben nur wenigen Labore in Deutschland.

Sommerhonig – Untersuchungen 2015 & 2016

Während in 2015 in zwei Drittel aller untersuchten Honigproben, den Analysen zufolge gar keine PAs nachgewiesen wurden und lediglich fünf Proben über dem Orientierungswert des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium von 140 µg PAs/kg Honig lagen, gibt es 2016 deutlich mehr Sommerhonig in dem PAs nachgewiesen wurden. In drei von vier Honigproben (76%) fanden die Forscher in diesem Jahr  PA‘s. Tagesaktuell liegen sogar 53 Proben deutlich über dem Orientierungswert von 140 µg/kg.

Warum schickt jeder Imker selbst seine Probe ans Labor?

Jeder Imker, der seinen Honig im Projekt „Blüten für Bienen“ kostenlos untersuchen lassen will, schleudert zunächst routinemäßig  seinen Sommerhonig  und nimmt dann die Probe ab, die er ins Labor einschickt. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Sommerhonig untersucht wird, der auch ins Glas und damit in den Verkauf kommt.  „Uns und den Imkern liegt der Schutz der Verbraucher am Herzen“, erklärt Huckauf, „D aher ist uns wichtig, dass die Honigprobe unter absolut realen Produktionsbedingungen genommen wird. Sicher ist es auch interessant, was die Biene in die Bienenwabe einträgt, ob sich PA´s dort am oder im Wachs anreichern können, aber das ist eine andere Fragestellung, die nicht primär mit dem Verbraucherschutz zu tun hat.“

Weitere Informationen finden Sie in unserem Download-Bereich.

Ansprechpartner

Aiko Huckauf
Tel. : 0431 210 90 799
E-Mail: aiko.huckauf@stiftungsland.de

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