Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea, auch Jakobs-Greiskraut genannt, kurz „JKK“) ist eine heimische Wildpflanze und stammt, wie Löwenzahn und Margeriten, aus der Familie der Korbblütler.

Verbreitung & Fakten zum JKK

Ihre Verbreitung hat in den vergangenen 20 Jahren auch in Schleswig-Holstein stark zugenommen. Insbesondere im Bereich der Hohen Geest und des Östlichen Hügellandes hat die früher eher selten und verstreut auftretende Art inzwischen an vielen Stellen großflächige Massenbestände entwickelt. Sie wächst vor allem an Straßenböschungen, Bahndämmen und Wegrändern, aber auch auf brach liegenden Flächen, extensiv genutztem Grünland und kurzgefressenen Pferdekoppeln.

JKK entwickelt im ersten Jahr eine Blattrosette, die aussieht wie eine Mischung aus Löwenzahn und Rucola und mischt sich unscheinbar zwischen allerlei Gräser und Kräuter. In diesem Stadium am Boden überwintert sie und im Folgejahr bilden sich ein meist rot-umrandeter Stängel und Blüten. Erst nach der Samenbildung stirbt die Mutterpflanze ab, sofern nicht der Entwicklungszyklus (z.B. durch Mahd) gestört wird.

Sie wird etwa 50 cm bis zu 1,50 Meter groß. Die Samen des Kreuzkrauts hängen, so wie wir es von Löwenzahn kennen, an kleinen Schirmchen und werden durch den Wind verbreitet. Allerdings fliegen die JKK-Samen in der Regel nur wenige Meter.

Als heimische Pflanze hat das Jakobs-Kreuzkraut einen festen Platz in den hiesigen Ökosystemen und ist für viele Insektenarten eine wichtige Blütenpflanze. So sind über 170 Insektenarten bekannt, die an Jakobs-Kreuzkraut leben. Aufgrund der großen Anzahl an Insektenarten, die an der Pflanze vorkommen, trägt sie zur Abwechslung auf dem Speiseplan von Vögeln und Säugetieren bei.

Ausbreitung von JKK

Die Gründe für die rasante Zunahme der Bestände des Jakobs-Kreuzkrautes sind nicht hinlänglich geklärt. Eine Erklärung könnte der Klimawandel bzw. die höheren Temperaturen sein, da JKK als wärmeliebende Art gilt. Denkbar ist auch ein Zusammenhang mit der sprunghaften Veränderung der Flächenbewirtschaftung (Brachflächen/Ackerstilllegung) Anfang der 1990er Jahre.

Gefahren durch JKK

Jakobs-Kreuzkraut enthält ein Pflanzengift aus der Gruppe der Pyrrolizidin-Alkaloide (PA). Der Stoff ist für die Pflanze ein natürliches Abwehrmittel gegen Fressfeinde und kommt in vielen Pflanzen wie Huflattich, Vergissmeinnicht oder auch dem Küchenkraut Borretsch vor.

Aktuell steht das JKK aufgrund seiner Inhaltstoffe im Fokus der Öffentlichkeit. Erstmals wurde 2014 Sommerhonig systematisch beprobt und untersucht. Nun sind nach PA-Funden in Kräutertees auch erhöhte PA-Belastungen im Naturprodukt Bienenhonig gefunden worden. Betroffen ist allerdings nur der Sommerhonig – Frühjahrs- und Rapshonig können keine PA enthalten, da sie außerhalb der Blüte von JKK geschleudert werden.

Erst durch die starke Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkrauts in Kombination mit einem fehlenden Blütenangebot an heimischen, buntblühenden Pflanzen für die Honigbiene - dem sogenannten Trachtloch - entsteht das Problem. Bienen können mit den Pollen eine erhöhte Dosis PA in den Honig eintragen, sofern die Bienenstände in der Nähe größerer JKK-Bestände aufgestellt werden.

Ein weiteres Problem ist die Verfütterung von PA-haltigem Heu an Weidetiere (insbesondere Pferde, Rinder). Die Schwierigkeit hierbei: Im getrockneten Zustand verliert das JKK seinen bitteren und damit ungenießbaren Geschmack, die toxische Wirkung bleibt jedoch bestehen.

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Ansprechpartner

Aiko Huckauf
Tel. : 0431 210 90 799
E-Mail: aiko.huckauf@stiftungsland.de

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