Der Sommerhonig in Schleswig-Holstein war in den vergangenen Jahren zum Teil hoch mit Giftstoffen, den sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloiden (PAs) aus der heimischen Wildpflanze Jakobs-Kreuzkraut (JKK) belastet. Um den Imkern im Land die Chance zu geben, möglichst unbelasteten Sommerhonig zu produzieren, hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam  mit dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) einen Praxisversuch entworfen, mit dem geprüft werden soll, ob es möglich ist, zeitlich so auszuweichen, dass der Sommerhonig früher, also vor der Blüte des Jakobs-Kreuzkrauts geerntet werden kann.

Normalerweise ist der Sommerhonig in den großen Bienenkästen zu diesem Zeitpunkt (Anfang Juli) noch nicht reif. Nutzt der Imker die deutlich kleineren Holzkästen, die sogenannten Halbzargen, könnte es schneller gehen. Mit anderen Worten: der Sommerhonig könnte früher geschleudert werden und so der Eintrag von Jakobs-Kreuzkraut-Giftstoffen (Pyrrolizidin-Alkaloide)  vermieden werden. Insgesamt sind 15 Imker und Imkerinnern aus den Kreisen Ostholstein, Schleswig-Flensburg, Ratzeburg, Rendsburg-Eckernförde, Segeberg und Plön an dem Praxistest beteiligt. Ihr Sommerhonig war im vergangenen Jahr sehr hoch belastet. Finanziert wird das Pilot-Projekt vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mit etwa 3500 Euro.

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Projekts blieben im Hinblick auf den gewünschten Effekt, Vorverlegung des Erntetermins und die Reduzierung der JKK-Giftstoffe (PA-Gehalt), hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kommt, dass drei der 15 Teilnehmer in diesem Sommer aufgrund der schlechten Witterung keinen Honig aus den Halb- und/oder Vollzargen gewinnen und beproben lassen konnten. Dafür sind die Erfahrungen eines Teilnehmers aus der Sommerhonig-Untersuchungsreihe „Blüten für Bienen“ mit in den Praxisversuch geflossen. Die Zahl auswertbarer Fälle liegt somit bei 13 Imkern:

In fünf Fällen konnte der Erntetermin (Schleudertermin) mit Hilfe der neuen Technik, den Halbzargen, deutlich vorverlegt werden. Die Imker ernteten ihren Sommerhonig zwischen 13 Tagen und vier Wochen früher. Das zeigt, dass dies generell möglich ist.
Von den fünf Imkern konnten zwei durch die Vorverlegung des Erntetermins ihren PA-Gehalt deutlich reduzieren. (von 481 µ/kg auf 37 µ/kg und von 129 µ/kg auf 20 µ/kg).

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Halbzargen kein Garant dafür sind, dass der Sommerhonig früher geschleudert und damit der PA-Eintrag verringert werden kann. Der Einsatz von Halbzargen hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn das Blühangebot an dem betreffenden Standort in dem Zeitfenster zwischen Frühjahrs-Blüte und dem Blühbeginn des Jakobs-Kreuzkrauts ausreichend ist.

Imker-Telefon

Aiko Huckauf
Tel. : 0431 210 90 799
E-Mail: aiko.huckauf@stiftungsland.de

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