Etwa vier Kilometer westlich der Gemeinde Hohn bei Rendsburg, mitten in einer fast 1000 Hektar großen Niederung, liegt das Stiftungsland Hartshoper Moor. Seit die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hier das Hochmoor renaturiert, leben die moortypischen und größtenteils seltenen Arten wieder auf. Vögel wie Kranich und Rohrweihe, Pflanzen wie Wollgras und Moorlilie, Libellen, Schmetterlinge und der Moorfrosch– sie alle sind wieder da und breiten sich aus.

Ausflug zu den blauen Fröschen

Ein Wegenetz ermöglicht es Naturfreunden, das Hartshoper Moor auf eigene Faust zu erkunden. Besondere Highlights, wie den fleischfressenden Sonnentau oder die blauen Frösche, können Besucherinnen am besten auf einer Führung erleben, die der Bürgermeister der Gemeinde Sophienhamm Thomas Kolb anbietet. Moorfrösche, deren Männchen sich zur Paarungszeit tiefblau färben, gibt es inzwischen wieder mehr als 3.000 Exemplare -  und damit mehr als in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zusammen.

Weitere Informationen finden Sie im Gebietsflyer Hartshoper Moor.

Wie das Moor entstand

Noch um das Jahr 1880, in den Karten der preußischen Landesaufnahme, war das Moor als unzugängliches Hochmoor gekennzeichnet. Aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das ,seit der letzten Eiszeit über tausende von Jahren langsam gewachsene Hochmoor, in nur wenigen Jahrzehnten fast ganz zerstört. Die Menschen haben es entwässert, Torf als Brennmaterial abgebaut und schließlich landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Dieses Schicksal teilt das Hartshoper Moor mit vielen Moorgebieten. Ursprünglich waren rund 10 Prozent der Landesfläche Schleswig-Holsteins von Mooren bedeckt. Die fast vollständige Umwandlung der Hochmoorflächen in Grünland erfolgte im 20. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre, auch im Hartshoper Moor.

Landwirtschaft zieht sich zurück

Mitte der 1980 Jahre wurde die Bewirtschaftung der moorigen Flächen immer unwirtschaftlicher; die Entwässerungskosten, für das immer tiefer sackende Moorgrünland, waren stetig gestiegen. Immer mehr ungenutzte Flächen standen zum Verkauf und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein konnte Stück für Stück wertvolle Moorparzellen erwerben. Um die Moorentwässerung zu stoppen, werden große zusammenhängende, nutzungsfreie Areale benötigt. 2011 war es soweit, im Südteil des Hartshoper Moores begann die großflächige Moorrenaturierung, die inzwischen 259 Hektar umfasst.

Regenwasser lässt den Torf-Schwamm quellen

2007 wurde dann auf ersten  Stiftungsflächen im Harthoper Moor damit begonnen Entwässerungsgräben zu verschließen. Seit 2011 legte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, im Abstand von 20 bis 30 Metern, Dämme aus dem vor Ort vorhanden Torf an. Sie verstopfte Gräben und entfernte Entwässerungsrohre, um das Regenwasser im Moor zu halten. Der Wasserstand wird so reguliert, dass nicht einfach eine riesige Wasserfläche entsteht, sondern der Boden optimal mit Wasser gesättigt ist. Innerhalb weniger Monate hat sich der trockene Torf wie ein Schwamm wieder mit Wasser vollgesogen und ist um einen halben Meter aufgequollen. Torfmoose übernehmen wieder die Regie, so dass das Hartshoper Moor langsam wieder ein wachsendes Hochmoor wird.

Moorschutz ist Klimaschutz

Intakte Moore sind unsere größten terrestrischen Kohlenstoffspeicher. Berechnungen nach dem Modell der Universität Greifswald zufolge werden durch die Wiedervernässung im Hartshoper Moor 1.870 Tonnen CO₂- Äquivalente pro Jahr weniger freigesetzt. Das entspricht der CO₂ -Menge, die 170 Durchschnittsdeutsche pro Jahr freisetzen.

Viel Unterstützung für die Stiftung

Engagierte Naturschützer vor Ort riefen den „Runden Tisch Hartshoper Moor“ ins Leben, der auch heute noch ein wichtiger Partner der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist. Weitere Partner sind die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde und die Integrierte Station Eider-Treene-Sorge des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Die Mittel für die Renaturierung kamen aus dem Moorschutzprogamm des Landes Schleswig-Holstein. Das Hartshoper Moor ist Teil des europäischen Schutzgebietsverbunds NATURA 2000.

Mehr zu Mooren finden Sie auch in der Broschüre des Landes:
Moore in Schleswig-Holstein, Geschichte – Bedeutung - Schutz

Für das Hartshoper Moor liegt auch ein Managementplan vor.

Das können Sie tun

•    Kaufen Sie der Umwelt zu Liebe nur „torffreie“ Blumen- und Gartenerde. Noch immer werden in Deutschland, aber mit steigender Tendenz auch in den Baltischen Ländern und Russland Moore zerstört, um Torf abzubauen. Achten Sie daher auf „torffreie“ Erden und lassen Sie sich nicht durch Angaben wie „torfreduziert“ oder „torfarm“ in die Irre führen. Übrigens, auch sogenannte Bioerden können große Mengen Torf enthalten!

•    Setzen Sie sich für den Schutz der Moore ein und unterstützen Sie unsere Moorschutzprojekte! Mit einer Spende über 120 Euro können wir 100 Quadratmeter Moor sichern, noch einmal 40 Euro kostet die dauerhafte Renaturierung eines entwässerten Moores.