Wildnisgebiete - Pro und Contra

Um Wildnisgebiete in Brandenburg ging es bei einem Vortrag der „Stiftung Naturlandschaften Brandenburg“


Der Begriff „Neue Wildnis“ wird schon seit längerem bundesweit diskutiert. Auf Einladung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein referierte Dr. Andreas Meißner, Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaft Brandenburg, in der Geschäftsstelle in Molfsee über Wildnisgebiete im Bundesland Brandenburg. Anschließend ging es ins Stiftungsland Stodthagen – keine "echte" Wildnis aber ein naturnaher Wald mit renaturiertem Kaltenhofer Moor und angrenzender Wilder Weide.

Wildnisgebiete, in denen sich die Natur ohne menschliche Eingriffe frei entwickeln kann, sind heute weltweit und ganz besonders in Deutschland eine Seltenheit. Hier in weitläufigen Gebieten Wildnis zuzulassen, ist schwierig. In Brandenburg ist das nach Abzug der sowjetischen Armee wieder möglich. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hat die Chance ergriffen, auf ausgewählten ehemaligen Truppenübungsplätzen ohne den Eingriff des Menschen Wildnis entstehen zu lassen.

Welche Maßnahmen dafür ergriffen werden oder besser gesagt unterlassen werden, zeigte Meißner beispielhaft auf. Daran entspann sich eine lebhafte Diskussion, in der es  vor allem darum ging, dass der neue Wildnisgedanke dazu führen könnte, dass die größten noch existierenden Heidegebiete Deutschlands von Wäldern zurückerobert werden und damit der schützenswerte Lebensraum Heidelandschaft verschwinden würde.

Die Brandenburgische Stiftung nennt sich selbst „Die Wildnisstiftung“ – natürlich nicht ohne Grund. Im Jahr 2000 von staatlichen und privaten Stiftern in Potsdam gegründet besitzt und betreut sie mittlerweile über 12.800 Hektar Flächen, die mit ihrer Größe und Unzerschnittenheit einmalige Voraussetzung für die Wildnisentwicklung bieten. Die Stiftungsflächen liegen auf den ehemaligen Trupppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof (Fläming), Lieberose (Spreewald) und Tangersdorf (Uckermark).

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg leistet auf ihren Flächen einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt, die Wildnisentwicklung auf zwei Prozent der Landfläche Deutschlands bis zum Jahr 2020 fordert.

Weitere Informationen: www.stiftung-nlb.de