Wiedervernetzung: besonnte Lebensräume

Galloways wieder in der Kiesgrube Trappenkamp als Öko-Rasenmäher Amphibien und Reptilien unterwegs


Drei zottelige Galloways haben wieder ihren Dienst als vierbeinige Landschaftspfleger in der ehemaligen Kiesgrube in Trappenkamp neben der Firma Beton-Heuchert aufgenommen. Bereits im vergangenen Jahr haben die Rinder mit ihrem Appetit auf Grünzeug hier im Rahmen des Projektes "Wiedervernetzung“ der Stiftung Naturschutz und ihren Partnern den unerwünschten Aufwuchs kurz gehalten. Davon profitieren unter anderem Kreuz- und Knoblauchkröte, Moorfrosch, Kammmolch und Zauneidechsen. Die Amphibien lieben reich besonnte Laichgewässer, die sich im Frühjahr rasch erwärmen. Für die Zauneidechsen ist die Sonne überlebenswichtig, denn erst wenn sie von der Sonne auf Temperatur gebracht worden sind, können sie erfolgreich Beute machen.

Wermutstropfen für Spaziergänger und „Pfiffi“: Solange die Tiere in der Kieskuhle für den Naturschutz unterwegs sind – voraussichtlich bis Endes des Jahres – bleibt sie für Besucher gesperrt.

Das E+E-Projekt „Wiedervernetzung“ – grenzenlos unterwegs
Autobahnen und Bundesstraßen trennen Lebensräume und stellen für Tiere und Pflanzen oft unüberwindbare Barrieren dar. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Projektträgerin des "Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Wiedervernetzung“ will zusammen mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, dem Deutschen Jagdverband, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, dem Wildpark Eekholt sowie dem Institut Natur- und Ressourcenschutz der Universität Kiel neue Freiräume für Tiere und Pflanzen schaffen.

Zwischen 2010 bis 2013 haben die Partner bei Kiebitzholm an der A21 bundesweit erstmalig Querungshilfen mit Naturschutzflächen im Hinterland erfolgreich vernetzt. Bis 2017 stehen die im Zuge des Ausbaus der A 7 gebauten Querungshilfen und der Raum zwischen den Autobahnen im Fokus der Experten: Ziel ist es, die Lebensräume rund um die Grünbrücken bei Bad Bramstedt, Brokenlande miteinander und mit denen bei Kiebitzholm zu vernetzen. Finanziert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.