Treuhandstiftung zum Wohl Eiderstedts

Kuratorium der Treuhandstiftung „Stiftung Eiderstedter Natur“ konstituiert sich in Tetenbüll.

15 Vertreter und Vertreterinnen des 17-köpfgigen Kuratoriums der Stiftung Eiderstedter Natur waren gestern, am 2. Dezember, zur ersten Sitzung des obersten Beschlussorgans, der im September gegründeten Treuhandstiftung, nach Tetenbüll gekommen. Für die meisten war der Weg nicht weit, denn 12 der 17 Vertreter aus Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Behörden und Verwaltung sowie Heimat und Kultur kommen aus Nordfriesland.

Weite Grünlandflächen mit grasenden Rindern und Schafen, mit vielen Gewässern, einer reichhaltigen Flora und Fauna und einer bunten landschaftstypischen Vogelwelt mit Wiesenvögeln, Wildgänsen und der Trauerseeschwalbe prägen das Landschaftsbild der Halbinsel Eiderstedt. Diese wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten, hat sich die Treuhandstiftung zur Aufgabe gemacht.

Umweltstaatssekretärin wünscht Erfolg

Dr. Silke Schneider, Staatssekretärin im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, bedankte sich beim Landrat des Kreises Nordfriesland, Dieter Harrsen, beim Oberdeichgraf des Deich- und Hauptsielverbandes Eiderstedt, Jan Rabeler, und bei Dr. Walter Hemmerling, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Sie hatten am 1. September in Garding den Vertrag über das Stiftungsgeschäft zur Einrichtung einer nicht selbstständigen Treuhandstiftung „Stiftung Eiderstedter Natur“ unterzeichnet und die Stiftung mit jeweils 5000 Euro ausgestattet. Den Kuratoriumsmitgliedern wünschte sie viel Erfolg, Gespür und Geschick bei der Auswahl und Umsetzung der Naturschutzprojekte und lobte den neuen Geist des Miteinanders.

Oberdeichgraf Rabeler erinnerte daran, dass der Gedanke an eine Stiftung auf Eiderstedt schon seit 2012 im Raum stand, aber erst die engagierte Mediation der Staatssekretärin bestehende Gräben überbrücken konnte und die Gründung der Stiftung möglich machte. Er betonte, dass gerade hier in der Niederungslandschaft die Folgen des Klimawandels verstärkt zu spüren sein werden und sieht in der neuen Stiftung ein zukunftsweisendes Instrument für den Erhalt von Natur und Kultur auf der Halbinsel.

Landrat Harrsen stellte der Stiftung rund drei Millionen Euro aus Ausgleichsmitteln in Aussicht. Erste Projektideen präsentierte Franz Brambrink von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Dr. Hemmerling betonte, dass die Treuhandstiftung keine bestehenden Initiativen auf Eiderstedt verdrängen will, sonders sich als ergänzender, hier verorteter Baustein der Naturentwicklung versteht. Als Geschäftsführer der Treuhandstiftung stellte er den studierten Landwirt  Günter Jansen, Mitarbeiter der Treuhänderin Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein vor, der  vom ersten Ankauf durch die Stiftung Eiderstedter Natur von rund 1,6 Hektar im Bereich Westerhever berichtete. Hier sollen sich bald Wiesenvögel, wie Rotschenkel und Kiebitz, aber auch Moorfrosch, Libellen und Wasserkäfer wohlfühlen. Damit das gelingt, sorgt die Stiftung für mehr Wasser auf den Flächen und für eine extensive Grünlandbewirtschaftung durch örtliche Landwirte.