Trave mäandert wieder durch die Landschaft

Die Trave im Stiftungsland bei Sühlen, Kreis Segeberg, kann in einem Teilbereich wieder ungehindert fließen


Den Sohlabsturz bei Sühlen hat jetzt der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN Kiel) zusammen mit Gewässerunterhaltungsverband (GUV) Trave, dem örtlichen Wasser- und Bodenverband und der Gemeinde Neversdorf auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein durch eine 240 Meter lange Sohlgleite ersetzt. Von der reduzierten Fließgeschwindigkeit und der verbesserten Gewässerstruktur profitieren vor allem wandernde Fische, Schnecken, Muschen und Libellenlarven, die an der ein Meter hohen Sühlener Abbruchkante bisher ein unüberwindbares Hindernis vorfanden.

Um die Wasserstände regulieren und damit besser Landwirtschaft treiben zu können, wurden in den 1930er und 1950er Jahren nicht nur in Schleswig-Holstein zahlreiche Flüsse begradigt. Während der 800.000 Euro teuren Bauarbeiten wurden insgesamt 9.000 Kubikmeter Boden bewegt und 4.000 Geröll und Kies verbaut. Mit dem anfallenden Aushub wurde der nicht mehr benötigte, alte Verlauf der Trave verfüllt.

Die drei Partner sind damit einer Verpflichtung der EU nachgekommen, für die Durchgängigkeit von Gewässern zu sorgen. Das sieht die so genannte EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vor. Ihr Ziel ist es, Flüsse, Seen, Küstengewässer und Grundwasser spätestens bis zum Jahr 2027 in einen „guten Zustand“ zu versetzen. Neben der chemischen, biologischen und ökologischen Qualität der Gewässerqualität, gehört dazu auch die Durchgängigkeit von Flüssen von der Quelle zur Mündung.