Not-Telefon: Tierwohl steht an erster Stelle

Stiftung Naturschutz hat angesichts der außerordentlichen Wetterlage ihre Rinder im Blick und weist auf Notfall-Telefon hin


Besondere Wetterlagen erfordern besondere Maßnahmen: Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat schon seit langem ein Notfall-Telefon, Tel.  0162 – 54 14 100, für ihre Weidetiere eingerichtet. Die Winterweiden, die sie mit ihren eigenen Rindern besetzt hat, sind alle mit kleinen Infotafeln beschildert. Da ist immer jemand zu erreichen, der sich um die  Stiftungsrinder kümmert. Besorgte Bürger werden ausdrücklich gebeten, hier anzurufen, wenn das Wohl der Rinder in Gefahr ist.

Es gibt aber auch zahlreiche Winterweiden, wo nicht Stiftungsrinder, sondern Rinder von einem der 1300 Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein grasen. Sie sind generell nicht mit entsprechenden Schildern und Telefonnummern gekennzeichnet. In diesem Fall sollten besorgte Bürger den Notruf 110 wählen. Von dort wird eine Verbindung zu den zuständigen Kreistierärzten hergestellt. Sie veranlassen, wenn nötig, alles Weitere zum Wohl der Tiere.

Ein feuchter Sommer und überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmengen im Herbst machen den Landwirten momentan erheblich zu schaffen. Davon betroffen ist auch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb, dem Weidelandzentrum. Hier grasen Robustrinder im Dienste des Naturschutzes – ganzjährig, auch im Winter ohne Stall. Die eingesetzten Galloways und Highland-Cattles sind aber aus ihrer schottischen Heimat Regen und Kälte gewöhnt. Sie können mit dem norddeutschen Schmuddelwetter und karger Kost umgehen. Robustrinder haben einen anderen Komfortbereich als der Mensch, ihre Wohlfühltemperatur liegt zwischen minus 5 und plus zehn Grad. Ihr Winterfell mit besonders feinem, dichten Unterhaar, Der Pansen, der wie ein kleiner Reaktor arbeitet und die im Sommer angefressene Speckschicht lassen sie nicht frieren.

Auch wenn es jetzt viel nasser und matschiger als in den Vorjahren ist, hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein das Wohl ihrer Tiere immer im Blick und prüft regelmäßig, ob es den Rindern und Pferden gut auf den Wilden Weiden geht, ob sie ein trocknes Plätzchen finden, sich vor Wind schützen können und genug zu fressen finden. Sollten die Bedingungen auf der Winterweide nicht optimal sein, bekommen die Herden Stroh für trockene Liegeflächen, zusätzliches Futter oder werden auf andere Weiden umgetrieben. Alle Winterweiden der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sind jeweils mit zuständigen Kreistierärzten abgestimmt.