Thymian-Blattkäfer

Bei den Vorbereitung zum Bau der Grünbrücke über die A 7 hat Björn Schulz, Leiter des Projektes „Wiedervernetzung“, eine Rarität entdeckt: den Thymian-Blattkäfer.


Im Umfeld der geplanten Grünbrücke über die A 7 bei Bad Bramstedt gehen die Wiedervernetzungsarbeiten der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und ihrer Partner voran. Ziel ist es, nicht nur den großen Wildtieren den Weg zur einzigen sicheren Querung über eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands zu bereiten, sondern auch den kleinsten und kompliziertesten Tieren.

Dazu gehört auch der Thymian-Blattkäfer, Chrysolina cerealis. Er ist in Norddeutschland extrem selten und ist hier vom Aussterben bedroht. Die mit regenbogenfarbenen Flügeldecken sehr auffälligen Tiere leben ausschließlich an Thymian und können sich nur laufend in trockenwarmen Lebensräumen von Thymian-Pflanze zu Thymian-Pflanzen fortbewegen.

Da weder Thymian besonders häufig ist und es zudem kaum noch trocken-warme und artenreiche Wegsäume gibt, hat der Käfer es in Norddeutschland nicht leicht und kommt in Schleswig-Holstein mittlerweile nur noch an dieser einzigen Stelle im Umfeld der künftigen Grünbrücke Bad Bramstedt vor. Die Arbeit der Projektgruppe „Wiedervernetzung“, an der neben der Stiftung auch Naturschutzexperten von den Landesforsten, der Uni Kiel, dem Landesbetrieb Straßenbau, dem Deutschen Jagdverband und dem Wildpark Eekholt sowie viele Partner vor Ort beteiligt sind, zielt also besonders darauf ab, solche leicht übersehbaren und kaum bekannten, aber wichtigen Vertreter der regionalen Biologischen Vielfalt, zu schützen und ihnen die Wiederausbreitung zu ermöglichen.

Bei Bad Bramstedt konnten die Wiedervernetzungsexperten nun mit Genugtuung feststellen, dass die bisherigen Arbeiten im Zuge des Ausbaus der A 7 die Käfer-Population ohne Schaden überstanden haben. Nun arbeiten sie mit Hochdruck daran, dass sich die entbuschten Flächen in Richtung artenreicher Magerrasen entwickeln.

Begleitet wurde die Artenschutzmaßnahme von einem NDR-Filmteam, das das Wiedervernetzungsteam über eine längeren Zeitraum begleitet, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie kompliziert es sein kann, von Infrastruktur zerschnittene Lebensräume in der Kulturlandschaft wieder herzustellen und miteinander zu vernetzen.