Stormarner Knickinitiative nimmt Fahrt auf

16.3.2017 - Untere Naturschutzbehörde, Kreis-Umweltausschuss und Stiftung Naturschutz geben Startschuss


Mitglieder des Umweltausschusses des Kreises Stormarn und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein greifen zum Spaten: Bei Kayhude entstehen 2.000 m neue Knicks. Ziel der „Stormarner Knickinitiative“ ist die Aufwertung des Knicknetzes im Kreis. Lückig gewordene Knicks werden durch Nachpflanzung ergänzt. An Stellen in der Agrarlandschaft, wo Knicks fehlen, werden sie komplett neu aufgesetzt.

Dabei kooperiert die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Stormarn eng mit der Stiftung Naturschutz. Gemeinsam wurde im Rahmen der Stormarner Knickinitiative ein Knickschutzprogramm entwickelt, das hier mit der ersten größeren Maßnahme startet.

Knicks gehören zu den prägenden Landschaftselementen in Schleswig-Holstein.  Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, darunter auch viele gefährdete Arten wie das Tier des Jahres 2017, die Haselmaus. Gleichzeitig sind Knicks auch Leitlinien für die Wanderung von Tieren, wie Rothirsch und Fledermaus.

Das Engagement der Flächeneigentümer ist eine besonders wichtige Voraussetzung für die Knickinitiative: Diese stellen ihre Flächen zur Verfügung, sind in Planung der Maßnahmen einbezogen, müssen aber ansonsten weder Zeit noch Geld aufwenden, um ihr Landschaftselement Knick instandgesetzt oder neu angelegt zu bekommen.

Knickbesitzer oder die, die es werden wollen, und Landeigentümer können sich bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein melden, wenn sie die Knicklandschaft erhalten oder erweitern wollen. Sie sorgt für die Finanzierung und organsiert die Bepflanzung. Interessenten melden sich bei Dr. Björn Schulz, Tel. 0431 210 90 404.

Neben den Knickmaßnahmen haben die Artenschutzexperten der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die Baumaschinen genutzt, um gleich sieben neue Kleingewässer in Größe von 2.300 m² für den Laubfrosch zu schaffen. So wird ein neuer Lebensraumtrittstein nebenan von Hamburgs größtem Naturschutzgebiet – dem Duvenstedter Brook – geschaffen. Alle Maßnahmen sind in das Leitprojekt „Biotopverbund Metropolregion Hamburg“ eingebettet und die gesamten Maßnahmenkosten in Höhe von rund 50.000 € wurden aus dem ELER-Programm des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein  finanziert.