Stiftungsland Geltinger Birk

Mittlerweile ein gewohnter Anblick – zumindest von oben. Ostseewasser darf zum Wintereinstau die Geltinger Birk fluten.

  • Foto: Bodo Nitsch

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2013 fiel der Startschuss für die kontrollierte Wiedervernässung im Stiftungsland Geltinger Birk, Kreis Schleswig-Flensburg. Mehr als 20 Jahre Planungsarbeit, mehr als 20 Jahre Überzeugungsarbeit in der Region waren endlich von Erfolg gekrönt – das größte Naturschutzprojekt Schleswig-Holsteins am Ziel.

Ein großes Rohr durch den Deich nördlich Falshöft lässt jetzt, nach 150 Jahren, wieder Ostseewasser in die Birk strömen. Je nach Erfordernis wird der Einlauf von Hand reguliert, damit Anlieger trockenen Fußes ihre Häuser erreichen können. Statt drei Meter unter dem Meeresspiegel, darf der Wasserstand nun zwei Meter höher steigen. Schon bei der Einweihung 2013 war sich Umweltminister Robert Habeck sicher: Die Birk sei ein Natur-Juwel ganz besonderer Art, das durch die Wiedervernässung noch vielfältiger, artenreicher und naturnäher werde.

Der Minister sollte Recht behalten. Die Geltinger Birk ist für Besucher noch attraktiver geworden. Das weitläufige Wanderwegenetz bietet immer wieder neue Einblicke auf den facettenreichen Mix aus Feucht- und Salzwiesen. Echte Hingucker sind immer wieder die Konik-Wildpferde, die Highland Cattle mit ihren wuchtigen Hörnern oder die stoisch ruhigen Galloway-Rinder. Nicht nur zur Weihnachtszeit nach üppigem Gänsebraten, ein Ausflug auf die Birk lohnt sich immer!

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Birk entwässert und der Wasserstand auf mehr als drei Meter unter den Meeresspiegel abgepumpt. Sie wurde eingedeicht und landwirtschaftlich genutzt. Schon damals war das Ackern auf Meeresboden schwierig – die Intensivierung des Wirtschaftens mit größeren Maschinen tat ihr Übriges. Für die Naturschützer war klar: die Flächen haben ein großes Potential als Feucht- und Salzwiesen. Durch über 30 einzelne Baumaßnahmen wurde die Vernässung von langer Hand vorbereitet; neue Feuchtlebensräume sowie Nahrungs- und Brutflächen für zahlreiche Vogelarten sind entstanden. Durch neue Wanderwege wurde die Birk noch besser erlebbar.

Geregelt wird der Wasserstand weiterhin über die Pumpen im Schöpfwerk an der Mühle Charlotte. Zwei weitere Schöpfwerke und ein Hebewerk garantieren, dass die an die Birk grenzenden Flächen nicht von der Vernässung betroffen sind. Finanziert wurden die Teilprojekte mit Geldern des Landes und mit EU-Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).