Stiftung trauert um Gründungsvater

Einer der Gründungsväter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Günter Flessner, ist am 12. Mai im Alter von 85 Jahren verstorben.


Der damalige Landwirtschaftsminister betrachtete Mitte der 1970er Jahre nicht ohne Sorge die rasante Entwicklung im ländlichen Raum. Insbesondere in der Eider-Treene-Sorge-Niederung war der Strukturwandel deutlich spürbar. Eine große Zahl freiwerdender Flächen hatten ein hohes Naturschutzpotential, das es zu sichern galt. Gleichzeitig setzte der Ankauf finanzielle Mittel frei, die dem ländlichen Raum zu Gute kamen und den Wandel abpufferten. So war die Idee der Stiftung Naturschutz geboren, die Flessner 1978 ins Leben rief. Die ersten 1,3668 Hektar wurden noch im Gründungsjahr im Delver Koog, Kreis Dithmarschen erworben.

Flessner wuchs auf dem elterlichen Hof im Kreis Plön auf, lernte Landwirtschaft und war von 1975 bis 1988 Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Schleswig-Holstein - übrigens unter drei verschiedenen Ministerpräsidenten. Er gilt nicht nur als Vater der Stiftung Naturschutz, auch der Nationalpark Wattenmeer verdankt ihm 1985 nach unermüdlichem Werben bei Bauern und Fischern seine Gründung.

Bis zum Schluss hat  Flessner die Entwicklung der Stiftung Naturschutz freundschaftlich begleitet. „Er hatte immer ein offenes Ohr für die Geschäftsführung“,  erzählt Dr. Walter Hemmerling, geschäftsführender Vorstand der Stiftung, „und stand uns gern beratend zur Seite.“  Mit Sachkompetenz, Überzeugungskraft und  mit großer Offenheit ist er auf seine Gesprächspartner zugegangen und hat für die Entwicklung des ganzen Landes in seiner Amtszeit zukunftsweisend gewirkt.  Die große Bedeutung, die die Stiftung Naturschutz heute im Arten- und Biotopschutz hat, verdankt sie der Weitsicht des ehemaligen Landwirtschaftsministers Günter Flessner.