Starthilfe für Flussseeschwalbe

Verein „Wasser Otter Mensch“ verankert von einer internationalen Gruppe angefertigte Brutflöße im Middelburger See.

Unterstützt vom Schleswiger Kaltblüter „Ulan“ und vielen fleißigen Händen hat der Verein „Wasser Otter Mensch“  zwei neue künstliche Nisthilfen, so genannte Brutflöße, ins Stiftungsland Middelburger See gleiten lassen und in sicherer Entfernung vom Ufer verankert. Die neuen Flöße bestehen aus jeweils 18 luftgefüllten Einzelsegmenten. Diese werden zu neun Quadratmeter großen Pontons verbunden und mit Kies bedeckt.

Nötig war der Einsatz, weil der Brutbestand der Flussseeschwalben an den Seen der Holsteinischen Schweiz seit Jahren rückläufig ist. Den eleganten Fliegern fehlen vor allem geeignete Brutmöglichkeiten. Zur erfolgreichen Brut benötigen Flussseeschwalben ungestörte Uferzonen sowie vegetationsfreie Inseln oder Dünen mit schütterer Vegetation, um ihre Jungen in Kolonien und geschützt vor Fressfeinden, wie Fuchs und Wasserratte, aufzuziehen.

Die künstlichen Nisthilfe sind im vergangenen Sommer im Rahmen eines SCI-Workcamps (Service Civil International entstanden. 12 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren aus Taiwan, Mexiko, Serbien, Spanien, Tschechien und Deutschland spukten spuckten in die Hände, um die Brutflöße für die bedrohten Flussseeschwalben zu montieren. Fachlich betreut wurden die Teilnehmer vom Verein  „Wasser Otter Mensch“, der sich seit Jahren auch um den Fortbestand dieser Art kümmert.

Die eleganten Flieger sind Langstreckenzieher, deren Winterquartiere sich in den Tropen und den gemäßigten südlichen Breiten, insbesondere an der Westküste Afrikas befinden. Flussseeschwalben brüten in Kolonien von Mai bis August. Noch um 1900 waren Flussseeschwalben ein häufiger Brutvogel an den deutschen Küsten und im Binnenland.

Möglich wurde der Bau der beiden Flöße durch eine Zuwendung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein, finanziert aus Ausgleichsmitteln. Die Stiftung Naturschutz als Eigentümer des Middelburger Sees stellt ihr Gewässer See für diese Artenschutzmaßnahme gerne zur Verfügung.

Es hat sich jedoch u.a. am Beispiel Barkauer See sowie Graswarder bei Heiligenhafen gezeigt, dass die Seeschwalben durchaus künstliche Brutflöße annehmen. Nach diesen Erfahrungen hat „Wasser Otter Mensch e.V.“ mittlerweile fünf Brutflöße erbauen lassen, die auf den Lebrader Teichen, dem Kührener Teich dem Barkauer See und ab nächsten Frühjahr auf dem Middelburger See, allesamt im Stiftungsland, den Flussseeschwalben eine neue Heimat bieten.