Spürhund Lotte auf der Suche nach Zauneidechsen

Mit ihrer feinen Spürnase erschnüffeln Hunde so ziemlich alles und ihre Gabe wird von uns Menschen für ebenso vieles eingesetzt:


Hunde spüren Drogen auf, warnen Herrchen oder Frauchen vor einem anstehenden epileptischen Anfall, suchen Verschüttete nach Lawinenunglücken. Im Stiftungsland Nordoe bei Itzehoe war die feine Spürnase von Lotte im Einsatz, auf der Suche nach seltenen Zauneidechsen.

Der ehemalige Standortübungsplatzplatz im Kreis Steinburg hat sich zu einem optimalen Lebensraum für Zauneidechsen, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht, entwickelt. Bisher konnte sie hier allerdings nicht nachgewiesen werden. „Es ist eine sehr anspruchsvolle Art, da sie sehr wärmeliebend ist und sandige Böden braucht“, weiß Thorsten Stegmann, Maßnahmenmanager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zu berichten. Im Projekt „Frosch und Freunde“, das sich neben Amphibien auch um Zauneidechsen, seltene Wasserkäfer und Libellen kümmert, werden die europaweit geschützten Zauneidechsen in Aufzuchtstationen herangezogen und ausgewildert. Unter anderem soll auch das Stiftungsland Nordoe bald von den braungemusterten Reptilien „erobert“ werden.

Jetzt galt es erst einmal zu prüfen, ob die seltene Art das Naturschutzgebiet bei Itzehoe schon ohne menschliche Hilfe zu ihrem Zuhause erkoren hat. Dafür kamen Lotte, ein Epagneul Breton-Pointer Mischling, und ihre Besitzerin Ina Blanke aus Niedersachsen angereist – in ganz Deutschland gibt es lediglich zwei Spürhunde, die ihre Nase in den Dienst der Reptilienschützer stellen.

Wann der braun-weiße Hund eine Eidechse gefunden hat, weiß ihr Frauchen ganz genau: „Lotte freut sich dann total, sie grinst und wedelt“, erzählt Ina Blanke. Auch wenn der Hund stehen bleibt, sei das ein Anzeichen, da Lotte ansonsten sehr viel in Bewegung sei. „Wenn die Eidechsen etwas versteckter sind, legt sie sich flach auf den Bauch und versucht vorsichtig, die Eidechse hervorzustupsen“, so die Zauneidechsen-Expertin.

In Nordoe schlug Lotte mehrfach an, freute sich und wedelte fröhlich mit dem Schwanz. Ein Exemplar der seltenen Echse war allerdings nicht aufzuspüren, lediglich die häufig vorkommende Waldeidechse konnte nachgewiesen werden. „Wir gehen davon aus, dass es in Nordoe keine Zauneidechsen gibt“, so Stegmann. Offenbar ist die nächste Population zu weit entfernt, als das die bedrohte Art von allein den Weg ins Stiftungsland finden könne. Und die beiden im Vorjahr gemeldeten Sichtungen waren vermutlich doch „nur“ Waldeidechsen.

Lotte hat der Tag in Nordoe, ebenso wie allen beteiligten Vielfaltschützern, dennoch viel Spaß gemacht. „Sie freut sich sehr, dass sie arbeiten kann und dass sie ein schönes Zuhause hat“, erzählte ihre Besitzerin. Das habe nicht immer so ausgesehen: Lotte ist in Spanien geboren, war schon in einer Tötungsstation, eher sie von einer Tierrettungsorganisation nach Deutschland geholt wurde. Zunächst lebte der Mischling in Süddeutschland, bevor sie im Herbst 2012 zu Ina Blanke nach Niedersachsen kam. Seither teilt sie die Begeisterung ihres Frauchens für Eidechsen, Schlangen und Molche, findet Reptilien nicht nur auf freier Fläche, sondern auch unter Betonteilen und im dichten Gras. Auch bei der Kontrolle von Amphibienzäunen setze Lotte ihre unglaublich feine Nase ein. Bei einer Kontrolle habe sie angezeigt, so erzählte Ina Blanke, im Eimer sei aber nichts zu entdecken gewesen, die erst ein wenig nach den Reptilien suchen musste: „Unter dem Eimer in einer Trockenritze im Boden saßen einige Babymolche.“ Diese hatte Lotte gewittert und beharrte darauf, dass ihr Frauchen sie ebenfalls findet.

Informationen zum Projekt „Frosch und Freunde“ haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Mehr zu Lotte erfahren Sie hier.