Sommerhonig-Untersuchung

JKK-Giftstoffe belasten Sommerhonig aus Schleswig-Holstein

Das Jakobs-Kreuzkraut ist längst verblüht, die Sommerhonig-Ernte im Glas – höchste Zeit also für die Ergebnisse der groß angelegten Sommerhonig-Untersuchungen im Projekt „Blüten für Bienen“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Das akkreditierte Prüflabor „QSI – Quality Service International“ GmbH in Bremen hat im Rahmen des Forschungsprojektes rund 350 Sommerhonige von Imkern aus ganz Schleswig-Holstein auf JKK-Giftstoffe, die sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), untersucht. Tagesaktuell liegen für 273 von 350 Sommerhonigen die Analyse-Ergebnisse vor. Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es deutlich mehr Sommerhonig, in dem PA nachgewiesen wurde. In drei von vier Honigproben, in 207 von 273 Proben (76%), fanden die Forscher in diesem Jahr PA .

Davon liegen 53 Proben (19%) deutlich über dem Orientierungswert von 140 µg/kg, den das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium auf Basis der Empfehlungen vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR) ermittelt und festgelegt hat. Der hoch belastete Sommerhonig wurde jedoch nicht vermarktet.

Immerhin: 220 Sommerhonig-Proben (81%) liegen unter diesem Orientierungswert und werden daher als verzehrfähig eingestuft.

„Der viel zu nasse und viel zu kalte Sommer hat dazu geführt, dass die Sommer-Honig-Ernte sehr mager ausgefallen ist und die PA-Belastung sich auf viel weniger Honiggläser verteilt“, sagt Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK-Kompetenzzentrums bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Und erklärt weiter, dass die Imker in Schleswig-Holstein im Durchschnitt statt 20 Kilogramm pro Bienenvolk in diesem Jahr nur etwa vier Kilogramm Honig pro Bienenvolk geerntet haben. Die Jakobs-Kreuzkraut-Mengen in der schleswig-holsteinischen Landschaft seien aber im Vergleich zu den beiden Vorjahren in etwa gleich geblieben. Das bedeute, dass der Verdünnungseffekt ausgefallen sei und die PA-Konzentration im Sommerhonig folglich höher ausfalle.

Auch in 2017 wird das vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) finanzierte Projekt „Blüten für Bienen“, das die Stiftung Naturschutz gemeinsam mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e. V., durchführt fortgesetzt. „Sofern der Sommer dann nicht wieder so schlecht wird wie in diesem Jahr, ist davon auszugehen, dass auch die PA-Konzentrationen der Sommerhonige wieder den normalen, das heißt für Schleswig-Holstein typischen Verhältnissen, und damit den Werten aus den Jahren 2014 und 2015 entsprechen wird“, zeigt sich Huckauf optimistisch.

Ziel des Projekts ist die Erstellung eines Leitfadens für das „Imkern trotz Jakobs-Kreuzkraut“. Mit Dr. Werner von der Ohe, dem Leiter des LAVES-Instituts für Bienenkunde in Celle, hat die Stiftung Naturschutz einen ausgewiesenen Fachmann für die Mitarbeit an diesem Leitfaden gewinnen können. Er wird seine langjährige Erfahrung auf den Gebieten Imkerei und Bienenforschung einfließen lassen. „Wir sind auf dem richtigen Weg und stellen bereits die richtigen Fragen – um die richten Antworten auf die vielen offenen Fragen dieses komplexen Themas zu stellen, benötigen wir aber noch Zeit“, sagt Huckauf.

Für ausführliche Informationen zu den Sommerhonig-Untersuchungen „Blüten für Bienen“ klicken Sie bitte hier.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Download-Bereich.