Schicker Schulgarten dank BlütenMeer 2020

Die Hohe Schlüsselblume ist umgezogen: von der Arche Gärtnerei in Eggebek in den Schulgarten des Bernstorff-Gymnasiums in Satrup.


Die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) ist umgezogen: von der Arche Gärtnerei in Eggebek hat sie es ein paar Ortschaften weiter geschafft und blüht im nächsten Frühjahr hoffentlich im Schulgarten des Bernstorff-Gymnasiums in Satrup.

Normalerweise begleiten die 28 Schülerinnen und Schüler der Klasse 11b des Bernstorff-Gymnasiums das Projekt „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit Stativ und Videokameras. Sie rücken die Stars des Projekts, wie die Hohe Schlüsselblume, das Tausendgüldenkraut, die Arnika oder den Teufelsabbiss, in den nächsten zwei Jahren ins Rampenlicht.
Ausnahmsweise haben sie das technische Equipment gegen die handwerkliche, gärtnerische Ausrüstung getauscht und etwa 50 Hohe Schlüsselblumen im Schulgarten in die Erde gebracht. Professionelle Hilfe bekamen sie dabei vom Projektleiter Dr. Christian Dolnik und Wiebke Busch, Leiterin der projekteigenen Arche Gärtnerei. „Bevor sie sich kreativ mit den Projektinhalten auseinandersetzen dürfen, sollten sie auch mal eine der seltenen, heimischen Wildpflanzen in den Händen gehalten haben“, meint Dolnik.

In der Filmwerkstatt sollen die Jungs und Mädels die komplexen Projektinhalte in den nächsten zwei Jahren verständlich aufarbeiten und kreativ in Szene setzen, so dass Ihnen am Ende einige Follower auf YouTube sicher sind. „Die Schülerinnen und Schülern dürfen sich gerne austoben und können die Thematik auch ganz abstrakt umsetzen“, sagt der Leiter des im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ geförderten Projekts Dr. Christian Dolnik. Unterstützung bekommen Sie von Marcus Noll, Lehrer für Darstellendes Spiel am Bernstorff-Gymnasium, und vom Video-Künstler Jobst von Berg.

Das „BlütenMeer 2020“ will den selten gewordenen, heimischen Wildpflanzen wieder ein Zuhause hier in Schleswig-Holstein geben. Die immer intensivere Landwirtschaft hat über Jahrzehnte dazu geführt, dass sich die wilden Schönen irgendwann vom Acker bzw. von Wiese und Weide gemacht haben und es jetzt nicht mehr von allein zurück schaffen. Das siebenköpfige Team um Dr. Christian Dolnik greift den bedrohten Wildpflanzen seit gut zwei Jahren unter die Wurzeln und richtet ihnen an vielen Stellen in Schleswig-Holstein wieder ein Zuhause ein. „Mit Glück schaffen wir es, die bunten Blumenwiesen wieder dorthin zurück zu bringen, wo sie hin gehören, so wie das Meer und der Horizont“, sagt Dolnik.

Denn: Heimische Wildpflanzen sind nicht nur schön, sondern wichtig, ÜBERLEBENSWICHTIG. Sie sind ein Leckerbissen für Wildbiene, Hummel und Co. Sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. „Wenn wir das Ökosystem ins Musikalische übertragen, könnten wir es gut mit ‚Melodie der Erde‘ benennen. Verblühen die Wildpflanzen für immer, verstummt ihre Stimme in der Melodie der Erde. Mit den Wildpflanzen sterben über kurz oder lang auch viele Insektenarten, die von den Wildpflanzen leben… Und so verstummt eine Stimme nach der Anderen, bis am Ende keine schön klingende Melodie mehr übrig bleibt, sondern nur noch ein schiefes Durcheinander von wenigen Tönen. Deshalb lasst sie uns erhalten, die Melodie der Erde“, appelliert Dolnik.  

Das Projekt „BlütenMeer 2020“  wird über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren – bis März 2020 – mit zwei Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Fachliche Unterstützung kommt von der Artenagentur Schleswig-Holstein, dem Förderverein Mittlere Treene e.V. sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Zudem wird das Projekt von den Kreisen Dithmarschen und Schleswig-Flensburg finanziell unterstützt.

Für mehr Informationen besuchen Sie uns im Internet: www.bluetenmeer2020.de.