Samentütchen für Naturfreunde

LLUR und Stiftung Naturschutz fördern Gewöhnlichen Arzneithymian und mit ihm Hummel, Biene und Schmetterling!


Eine Grußkarte mit Saat vom Gewöhnlichen Arzneithymian steht im Mittelpunkt einer Mitmach-Aktion des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Kooperation mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Die Aufforderung der Partner an Naturliebhaber: Säen Sie die Samen aus, holen Sie sich violett blühende Duftteppiche in Ihren Garten und geben Sie Hummeln, Bienen und Schmetterlingen Ihre sommerliche Nektarquelle zurück! Tragen Sie damit zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt bei und helfen Sie einer rückläufigen Pflanzenart sowie den daran angepassten Insekten! Gerade im Hochsommer besteht hierzulande eine Blütenarmut, die der Arzneithymian durch lange Blühphasen von Juni bis in den September lindern kann.

An warmen Sommertagen entfaltet das „Parfum des Sommers“ seinen würzig-süßen Duft: den „Gewöhnlichen Arzneithymian“, eine kleine immergrüne Pflanze, riecht man - besonders wenn die Sonne scheint - schon von weitem! Der violett blühende Lippenblütler lockt damit Hummeln, Bienen und Schmetterlinge an und ist zugleich eine Bereicherung der heimischen Küche und Hausapotheke.

Wie alle Thymianarten enthält auch der heimische Thymian in der gesamten Pflanze ein flüchtiges Öl, das entzündungshemmend und keimtötend wirkt. Salben und Tees aus den Blättern und Blüten gehören deshalb zu den altbewährten Hausmitteln und stillen selbst hartnäckigen Husten. In der Küche verwendet, verleiht der Arznei- oder Feldthymian vielen Speisen seine aromatische Würze. Die Thymianpflanze beeinflusst mithilfe ihres Öls und dessen Inhaltsstoffen ihre Umwelt in vielfältiger Weise. In erster Linie schützt sie sich damit selbst vor Fressfeinden und Krankheiten. Blüten besuchende Insekten nehmen das Öl mit dem Nektar auf. Zusammen mit anderen Wirkstoffen beugt es bei Hummeln und Bienen einem Pilzbefall der Brut vor.

Die Grußkarte mit heimischer Saat bekommen Sie kostenlos beim: Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume S-H, Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek, Tel.: 0 43 47 / 704-230 oder per E-Mail: broschueren@llur.landsh.de.

Der Arzneithymian ist eine niedrig wüchsige, aber winterharte Staude. Im Garten gedeiht sie besonders gut an sonnigen und trockenen Plätzen im Steingarten, in der Kräuterspirale, an der Südwand eines Hauses oder in Pflasterfugen. Oder einfach in einem Blumentopf auf dem Balkon. Jungpflanzen können aus Ablegern gewonnen, aber auch leicht aus Samen gezogen werden.

Der Gewöhnliche Arzneithymian oder Thymus pulegioides, wie der wissenschaftliche Name lautet, ist früher in den Heiden, Trocken- und Magerrasen, auf frischen bis trockenen, nährstoffarmen, Sand-, Kies- oder Lehmböden an Bahndämmen, Kanalböschungen, Wegrainen und Hühnengräbern landesweit häufig gewesen. Heute kommt die kleinwüchsige Pflanze nur noch vereinzelt vor, weil sie durch Gräser zurückgedrängt wird, die von den hohen Stickstoffgehalten profitieren. Der Gewöhnliche Arzneithymian gilt deshalb als in seinem Bestand gefährdet und soll mit diesem Artenschutzprojekt in seiner Verbreitung gefördert werden.