Reitvergnügen im Stiftungsland Schäferhaus

Vor den Toren Flensburgs: Neuer Rundweg für Reiter in Deutschlands nördlichster Savanne eingeweiht


Die Bürgermeister der Gemeinden Handewitt und Harrislee, Thomas Rasmussen und Martin Ellermann, haben zusammen mit Sandra Redmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, und Gerd Kämmer, Geschäftsführer Bunde Wischen eG, im Beisein von Reiter und interessierter Bürger den neuen Reitrundweg im Stiftungsland Schäferhaus Nord feierlich eingeweiht. Acht Kilometer ist der neue Reitweg lang und führt einmal komplett um die Weideflächen der Stiftung Naturschutz.

Das Wetter machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung statt direkt am Reitweg wurde die Eröffnung in die Halle von Pferdehalter Helmut Rensch in Gottrupel verlegt. In ihren Grußworten hob Redmann hervor:  „Die Stiftung Naturschutz versteht sich als Erlebnisraumgestalter und arbeitet dabei eng mit den Gemeinden zusammen. Diese fruchtbare Zusammenarbeit hat auch das Stiftungsland Schäferhaus zu einem Magnet der Naherholung gemacht. Waren es bislang die Wanderer, die sich darüber freuten, sind jetzt endlich die Reiter am Zug.“

In den vergangenen Jahren hat die Stiftung Naturschutz vieles in Sachen Naturerlebnis zusammen mit den Gemeinden vor Ort und allen voran Pächter Gerd Kämmer von Bunde Wischen bewegt: ein beschildertes Wanderwegenetz mit Wegstrecke direkt durch die Wilde Weide vorbei an Konik-Wildpferden, Galloway-Rindern und Ziegen, Aussichtshügel, Infotafeln, Picknickplätzen und rekonstruierten Hügelgräbern. Jüngste Errungenschaft im Rahmen der Aktion „Wildes Schleswig-Holstein“: ein Übernachtungsplatz zum eintägigen Campieren mit dem Zelt.

Savanne im Norden - Wilde Weide

Die Stiftung Naturschutz versteht sich als Entwicklungshelfer für die heimische Natur und hat seit 1998 aus dem ehemaligen Standortübungsplatzes der Bundeswehr eine 300 Hektar großen Weidelandschaft – auch heute noch eine der größten zusammenhängenden beweideten Flächen Schleswig-Holsteins – gemacht. Zwei Kilometer westlich von Flensburg leben robuste Galloways und Konik-Wildpferde. Sie ziehen durch das Stiftungsland Schäferhaus, um mit ihrem Appetit auf Grünzeug für die gewünschte Strukturvielfalt zu sorgen und die Grasfluren auf den überwiegend trockenen, nährstoffarme Sandböden, auf denen sich wieder seltene Arten angesiedelt haben, zu pflegen. Seit 2015 helfen im Sommer auch Ziegen dabei, Gehölze in der an Afrika erinnernden Landschaft zurückzudrängen, um konkurrenzschwachen Pflanzen Platz zu schaffen.

Viele streng geschützte Arten haben sich im Laufe der Jahre wieder im Schäferhaus eingestellt: Neuntöter, Feldlerche und Dorngrasmücke sind hier auf Beutefang und begeistern mit ihrem Gesang. Wilder Thymian und Arnika werden wieder vom einst verschollenen Goldenen Scheckenfalter und anderen seltenen Schmetterlingsarten angeflogen. Zauneidechsen nehmen ein Sonnenbad und europaweit geschützte Froschlurche quaken um die Wette, während die unterschiedlichsten Libellenarten den Luftraum erobern. Die Liste der bunten Vielfalt ist lang.