Qualität des Sommerhonigs

Der Sommer in Schleswig-Holstein hat in diesem Jahr kaum stattgefunden: Es war viel zu kalt und viel zu nass. Entsprechend schlecht fällt die Sommerhonig-Ernte aus.

„Insgesamt war das Nektarangebot zur Hauptblütezeit in diesem Sommer geringer als in den Vorjahren, was mit den niedrigen Temperaturen und den Starkregen-Ereignissen zusammenhängt. Die Lindenblüte beispielsweise hat frühzeitig die Nektarproduktion eingestellt.  Pflanzen verblühten schneller und weiterhin wurden Nektar und Honigtau durch den immer wieder auftretenden Starkregen von den Pflanzen gewaschen. Damit wurden später blühende Pflanzen wie Jakobs-Kreuzkraut für die Bienen attraktiv“, erklärt Dr. Werner von der Ohe vom LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle.Das hat dazu geführt, dass es in diesem Jahr deutlich weniger Sommerhonig gibt, in etwa nur ein Fünftel der Ernte des Vorjahres. „Die ersten, vorläufigen Untersuchungsergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Blüten für Bienen“ weisen darauf hin, dass es in diesem Jahr zu einer deutlich höheren Belastung des Sommerhonigs durch die sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloide (PAs) gekommen ist,“ bestätigt Dr. Aiko Huckauf, Diplom-Chemiker und Umweltmanager des JKK-Kompetenzzentrums der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Aus diesem Grund hat das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) als kurzfristige Sofortmaßnahme die Mittel für das von der Stiftung durchgeführte Forschungsprojekt „Blüten für Bienen“ aufgestockt, um mehr Imkern die Möglichkeit zu geben, ihren Honig beproben zu lassen. „Damit können Imkerinnen und Imkern im Land sich selbst Gewissheit über die Qualität ihres Sommerhonigs verschaffen“, erklärt Dr. Aiko Huckauf.

Imkerinnen und Imker, die jetzt noch in das Projekt einsteigen möchten, haben bis zum 23. September 2016 Gelegenheit, sich telefonisch unter (0431) 210 90-314 oder per E-Mail unter Janna.Ruge@stiftungsland.de bei der zuständigen Bearbeiterin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein anzumelden. Die Teilnahme gilt dann sowohl für das laufende als auch für das kommende Jahr, die Kosten für die Honiguntersuchung werden vollständig erstattet.

Die Stiftung hat die Bekämpfung des Jakobs-Kreuzkrautes auch dieses Jahr vorangetrieben, und die mit Jakobs-Kreuzkraut bewachsenen Flächen sind insgesamt zurückgegangen. Das soll auch weiter konsequent und nachhaltig so geschehen. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hatte bereits im vergangenen Jahr die Fläche, auf der JKK bekämpft wird von 500 auf 1200 Hektar erhöht – damit sind die Flächen erfasst, auf denen viel JKK steht. Wo im Einzelnen optimiert werden muss, wird regelmäßig überprüft.

Die Stiftung ist damit die einzige Flächeneigentümerin in Schleswig-Holstein, die konsequent und regelmäßig gegen die Ausbreitung des Jakobs-Kreuzkrauts vorgeht. Seit über neun Jahren arbeitet sie intensiv an der Aufklärung und Sensibilisierung über die möglichen Gefahren und an der Eindämmung der gelbblühenden heimischen Wildpflanze Jakobs-Kreuzkraut. Im Jahr 2007 richtete sie erstmals ein Anschreiben an die rund 1200 Pächter der Landesstiftung, in dem sie über die Gefahren und Risiken aufklärte und den Umgang mit dem JKK skizzierte. Seit vier Jahren geht dieses Anschreiben jährlich aktualisiert an alle Pächter. Mit der Einrichtung des JKK-Kompetenzzentrums im vergangenen Jahr wurden die Maßnahmen erheblich intensiviert – immer unter Berücksichtigung der Landesstrategie, die vom MELUR ausgearbeitet wurde.

Außerdem koordiniert das JKK-Kompetenzzentrum zahlreiche Forschungsprojekte: von der Erprobung unterschiedlicher mechanischer Maßnahmen zur Eindämmung von Jakobs-Kreuzkraut („Methoden der Zukunft“) über den Einsatz biologischer Gegenspieler bis hin zu Untersuchungen zum potentiellen Einfluss des Jakobs-Kreuzkrautes auf die Tiergesundheit. „Wir tun alles in unserer Macht stehende, um das Phänomen Jakobs-Kreuzkraut besser zu verstehen und in Fällen konkreter Betroffenheit problematische Massenbestände einzudämmen“, sagt Huckauf. Dabei bleibe man seinen Prinzipien treu und verzichte bewusst auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. „Wir erreichen nichts, wenn wir Jakobs-Kreuzkraut mittels Pflanzenschutzmitteln bekämpfen und diese Pflanzenschutzmittel aber über das Grundwasser – oder eben über den Honig – in die Nahrungskette gelangen.“

Das Forschungsprojekt „Blüten für Bienen“ ist ein Kooperationsprojekt vom MELUR, der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e. V.

Hier finden Sie alle Informationen als PDF zum Download.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Download-Bereich.