Ortolan-Projekt in der Erfolgsspur

Flächenmanagement der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein auf Exkursion zu „Äckern für die Vielfalt“ in Langenlehsten


„100 Äcker für die Vielfalt“ heißt ein bundesweites Projekt der Uni Göttingen & Uni Kassel (Außenstelle Witzenhausen) und dem Deutschen Verband fütr Landschaftspflege, an dem sich die Stiftung Naturschutz mit 110 Hektar Pachtflächen in Langenlehsten, Kreis Herzogtum Lauenburg, beteiligt. Den Stiftungsexperten gingen bei ihrem Besuch gleich mehr als zwei Händevoll Kostbarkeiten sprichwörtlich ins Netz: Seltene und extrem seltene Vögel, wie  Grauammer, Ortolan, Raubwürger, Wachtel und Heidelerche. Im Bestand gefährdete Insekten, unter ihnen Dukatenfalter, Warzenbeißer und Heidegrashüpfer. Und Pflanzen, die heute auf dem Acker kaum noch aufzufinden sind, zu ihnen gehören Kleiner Lämmersalat, Saat-Hohlzahn, Heidenelke und Ackerröte. Die Biologen, Agrarwissenschaftler und Landschaftspfleger freuten sich, geht ihr Konzept der Flächenpflege offensichtlich auf.

Das Gebiet mit seinen mageren Böden und heiß-trockenen Sommern ist von besonderer Bedeutung für den Naturschutz. Diese offene Trockenlandschaft bevorzugen nicht nur europaweit geschützte Vögel, sondern auch Zauneidechsen und Wildbienen. Auf den sogenannten Trockenrasen und in den Heidegesellschaften haben Besenheide und Ginster ihr Refugium.
Die Stiftung Naturschutz hat die Langenlehstener Ackerflächen im Herbst 2009 mit Mitteln des Kieler Umweltministeriums langfristig angepachtet, um die  Bewirtschaftung auf die Bedürfnisse europaweit geschützter Vogelarten abzustellen. So hilft die Stiftung Naturschutz insbesondere dem hochgradig gefährdeten Ortolan, aber auch weiteren Feldvogelarten, wie  Feldlerche oder Grauammer. Die Pflege der sandigen Naturschutzäcker hat ein Landwirt aus der Region übernommen, der die Flächen ökologisch bewirtschaftet. Ohne ihn, so die einhellige Meinung der Stiftungsmitarbeiter, hätten sich die Flächen nicht so positiv entwickelt. Um am Boden brütende Feldvögel besonders zu schützen und zu fördern, werden beispielsweise Sperrfristen für mechanische Bearbeitungen und der Verzicht auf eine Bewässerung vereinbart. Zudem sind zehn Prozent der Ackerflächen Brachstreifen ohne jegliche Bewirtschaftung. Durch eine spezielle Fruchtfolgegestaltung ist eine kleinräumig wechselnde Anbauvielfalt sichergestellt, von der Feldvögel und Ackerwildpflanzen profitieren.