Ökokonto Loiter Au

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ausgleich auf Stiftungsland minimiert Flächenverbrauch und gibt Flora und Fauna neuen Raum

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – das Sprichwort kennt jeder. Das gelingt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wieder einmal mit einem ihrer Ökokonten. Die Rede ist vom Stiftungsland Loiter Au in der Gemeinde Taarstedt, Kreis Schleswig-Flensburg. In dem knapp sechs Hektar großen Flächenkomplex wird ein neuer Knick aufgesetzt, werden Entwässerungsrohre entfernt und neue Teiche für Laub- und Moorfrosch ausgehoben. Anschließend werden Zäune gezogen, damit hier Rinder weiden können, die unerwünschten Aufwuchs in Schach halten. Davon profitieren nicht nur Flora und Fauna, sondern auch Bauträger, die für ihre Bauvorhaben einen Ausgleich leisten müssen.

Denn: Bauvorhaben wie Windkraftanlagen, Straßen oder Stromleitungen greifen in die Natur, in die Knicklandschaft oder in Gewässer ein und müssen ausgeglichen werden – kompensiert, so der Fachbegriff. So sieht es der Gesetzgeber vor. Damit neben der Vernichtung von nutzbarer Fläche für das Bauvorhaben nicht auch noch wertvoller Ackerboden für diese sogenannte Kompensationsmaßnahme verloren geht, setzt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft, der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein, diese auf ihren Naturschutzflächen um. Die für die Natur wertvollen Flächen hält sie mit ihren Ökokonten im großen Maßstab vor und bietet sie Bauträgern als Ersatz für ihre Großvorhaben als Kompensation für Umweltschäden an.